Die Otto Group hat das Portal vitabote.de zunächst in Hamburg gestartet - und würde den Dienst gern bundesweit anbieten, aber die Suche nach Partnern gestaltet sich schwierig.

Die Otto Group steigt wie angekündigt ins Apothekengeschäft ein: In Hamburg können Kunden unter vitabote.de ihre Postleitzahl eingeben und bei einer nahegelegenen Apotheke Medikamente & Co.bestellen. Die gewählte Apotheke bringt die Ware vorbei. Alternativ kann der Kunde die Ware auch selbst in der Apotheke abholen.

Apotheken verfügen auf der Plattform über einen individualisierbaren Shopbereich, in dem sie ihr Angebot frei gestalten und beispielsweise auf spezielle Serviceleistungen hinweisen können, heißt es in einer Pressemitteilung. In beiden Fällen würde dem Kunden noch vor Abschluss der Bestellung der frühestmögliche Lieferzeitpunkt oder Abholung in der Apotheke mitgeteilt.

Die Lieferung durch einen Boten übernehme die Apotheke, ohne dass für den Kunden zusätzliche Gebühren fällig werden. Der komplette Bestellvorgang, einschließlich der Bezahlung der Medikamente, wird über VitaBote abgewickelt. Auch die Bestellung von rezeptpflichtigen Medikamenten sei möglich.

Keine Jahresgebühr

Die teilnehmenden Apotheken müssen Vertragspartner des Versandhändlers werden. Dafür ist anderslautenden Internetgerüchten zufolge keine Jahresgebühr, sondern nur eine variable Umsatzbeteilung fällig, sagte Florian Hermsdorf, Geschäftsführer von VitaBote, zu derhandel.de.

"Lokalen Apothekern bieten wir eine unkomplizierte Lösung zur Nutzung des Online-Vertriebskanals. Sie müssen kein eigenes Online-Angebot aufbauen, sondern können auf eine bereits vorhandene Plattform zurückgreifen," wirbt Hermsdorf  für das Portal. Auch das Online- und Offline-Marketing für die Bestellplattform übernehme VitaBote für die Apotheken.

Zum Start kooperiert das Portal zunächst mit Apotheken aus Hamburg. Ziel sei es, in der ersten Jahreshälfte 2012 das gesamte Hamburger Stadtgebiet abzudecken. Eine schrittweise Erschließung ländlicher Gebiete und weiterer Städte ist ebenfalls in Planung.

Langwierige Partnersuche

Wie es in der Pressemitteilung heißt, sei dieser Service bisher einzigartig in Deutschland. Das stimmt allerdings nicht so ganz: Das Portal medizinfuchs.de versucht auch seit geraumer Zeit, stationäre Apotheker für ein ähnliches Angebot zu begeistern.

Für Otto lief die Suche nach Partnerapotheken offenbar auch schleppend: Im September vergangenen Jahres hieß es, dass der Teststart bereits für Juli vorgesehen gewesen sei, aber mangels Nachfrage verschoben werden musste. Und auch der jetzige Start von VitaBote ist etwas verspätet: Der Einstieg ins Apothekengeschäft sollte eigentlich noch im Jahr 2011 erfolgen. Das hatte aber nach Angaben von Geschäftsführer Hermsdorf nichts damit zu tun, dass die Partnersuche schleppend verlief, sondern mit der rechtlich nicht ganz einfachen Lage bei dem Verkauf von Medikamenten.

wim

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