Die Partnerschaft währte zehn Jahre lang - nun soll Schluss sein. Nach einem Medienbericht ist die Otto Group bei der Textilkette Zara ausgestiegen. Alles planmäßig, hieß es von der Zara-Mutter.

Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" hat sich Otto von Zara getrennt. Nach zehn Jahren Partnerschaft hat sich der Hamburger Handelskonzern von seiner 22-prozentigen Beteiligung an der deutschen Tochter der Textilkette getrennt, berichtet "Der Spiegel" und beruft sich dabei auf Informationen aus dem spanischen Inditex-Konzern zu dem Zara gehört.

Alles nach Plan - sagt Inditex

Die Otto Group hatte offenbar Sorge, wegen der Beteiligung einen Imageschaden zu erleiden. Die deutsche Tochter der spanischen Textilkette soll von einer GmbH zu einer B.V. & Co. KG nach niederländischem Recht umgewandelt werden. Das hätte zur Folge, dass die Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats starke Einschränkungen erfahren.  Ein Sprecher von Zara wies diesen Zusammenhang als "weit hergeholt" zurück. Vergleichbare Unternehmensrechtsformen haben auch die Modeketten H&M und Esprit.

In einer Stellungnahme bemüht sich der Inditex-Konzern nun um Klarheit. Der Kauf der deutschen Otto-Anteile an Zara sei planmäßig gewesen mit dem Ziel, 100 Prozent an allen deutschen Tochtergesellschaften des Konzerns zu besitzen. "Damit vollzieht Inditex den bereits 2009 im Joint-Venture-Vertrag mit der Otto Group vereinbarten Schritt der Minderheitsbeteiligung", heißt es in einer Meldung von Inditex. Bereits 2006 habe das Unternehmen die bis dahin bestehende Beteiligung von Otto an der Textilkette Massimo Dutti übernommen.

Zara und Massimo Dutti sind in Deutschland mit insgesamt 72 Geschäften in 40 Städten vertreten.

Gewinn und Umsatz steigen

Für die Inditex-Gruppe war 2009 ein gutes Jahr: Das spanische Unternehmen konnte den Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr um 7 Prozent auf gut elf Milliarden Euro steigern. Auch beim Gewinn legte Inditex zu: Von 1,253 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2008 auf 1,314 Milliarden Euro - ein Plus von 5 Prozent.

Im Textilhandel steht Kik seit einigen Wochen stark in der Kritik. Bei dem Discounter wurden Mitarbeiter gezielt ausspioniert und entlassen, sollten deren finanzielle Lagen schwierig gewesen sein. Zudem wurde bekannt, unter welch miserablen Arbeits-Bedingungen Kik Textilien in Bangladesch herstellen lässt.