Die Geschäfte laufen gut für Otto: Der Versandhändler setzt auf ein breites Sortiment, die TV-Kampagne bringt mehr Besucher auf die Seite und der selbst entwickelte Webshop geht bald an den Start.

Das Geschäftsergebnis 2012/13 lief für den Versender Otto.de eigenen Angaben zufolge "sehr gut". Auch in im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres, das am 31. August 2013 endete, legt die Kerngesellschaft der Otto Group im Gesamtumsatz als auch in der Profitabilität deutlich zu, wie das Unternehmen aus Hamburg meldet. Demnach legte der Umsatz bei etwa gleichbleibender Profitabilität zu.

"Die Geschäftsentwicklung übertrifft unsere Erwartungen in jeglicher Hinsicht", freut sich Alexander Birken, Konzernvorstand Multichannel-Distanzhandel und Sprecher der Einzelgesellschaft Otto. "Dies ist gerade mit Blick auf das schwierige Marktumfeld im Textilhandel beachtlich. Nach Abschluss des ersten Halbjahres liegen wir deutlich über der eigenen Planung. Hanseatisch zurückhaltend prognostiziert werden wir das Geschäftsjahr mit einem hohen einstelligen Umsatzwachstum und einer erheblichen Rentabilität abschließen."

TV-Kampagne bringt viele Webshop-Besucher

Die Investition in die Markenoffensive entfalte bereits erste Wirkung. So habe die Nettoreichweite von otto.de insbesondere bei Neukunden deutlich ausgebaut werden. Vor allem die Fernsehkampagne scheint sich für den Distanzhändler zu lohen: Die Besuche auf otto.de steigen im Kampagnenzeitraum um bis zu 25 Prozent, so der Versender. Besonders bemerkenswert sei dabei der Anstieg der Besuche direkt über die Frauenmode auf otto.de - das Plus liegt demnach bei mehr als 200 Prozent.

"Auch im ersten Halbjahr 2013 ist Otto in Deutschland laut GfK Textilpanel mit Abstand der größte Onlinehändler für Fashion. Unsere Rückbesinnung auf den Modekern der Marke Otto war also absolut richtig", ist Birken überzeugt.

Launch des neuen Webshops

Neben der neuen Markenkampagne sind die Hamburger Händler mit der Otto-eigenen Shop-Software, dem Projekt Lhotse, beschäftigt. Insgesamt sei bisher ein zweistelliger Millionenbetrag in die neue E-Commerce-Plattform geflossen, die bereits in den ersten Tests eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber der aktuellen otto.de-Plattform zeige.

Damit steht der Launch des neuen Webshops unmittelbar bevor, so Birken: "Für Unternehmen unserer Größe und unserer Sortimentsbreite sind Standard-Onlineshops am hochdynamischen Markt keine Lösung. Darum ist die Eigenentwicklung so wichtig. Wir erwirtschaften mittlerweile weit über 80 Prozent des Gesamtumsatzes im Internet. Folgerichtig werden wir auch nach Launch des neuen Webshops einen weiteren zweistelligen Millionenbetrag in die Fortentwicklung investieren."

Otto will beim Online-Möbelhandel kräftig mitmischen

Um der starken Mode-Konkurrenz im Netz zu begegnen, richtet sich Otto als Universalist aus und versucht die Marktpositionierung von Otto über verschiedene Sortimente hinweg zu stärken. Nicht nur im Bereich Fashion hat der Versandhändler demnach punkten, können, "auch die Hartwarenbereiche wie Technik und Möbel entwickeln sich hervorragend", berichtet Birken. Aktuell wolle Otto seine führende Rolle als Online-Möbelanbieter im deutschsprachigen Raum weiter ausbauen. Für Ende dieses sowie Anfang kommenden Jahres stehen demzufolge "maßgebliche Investitionen" in diesem Segment an.

"Es gilt Marktchancen zu nutzen, wann immer sie sich bieten. Über neue Angebotskonzepte und die Sortimentsverbreiterung wollen wir allein im Möbelsegment bis 2015 einen Umsatzzuwachs im dreistelligen Millionenbereich realisieren", erläutert Birken. "Für den Gesamtumsatz 2015 haben wir uns mit 2,5 Milliarden Euro ebenfalls eine klare Zielmarke gesetzt."