PIM-Systeme, so wie sie gerade die Schuhmarke Tamaris zusammen mit Tradebyte eingeführt hat, sind seit einiger Zeit ein Zauberwort im E-Commerce. Product-Information-Management-Systeme helfen, Content und Produktdaten zentral zu verwalten und für alle relevanten online- und offline Kanäle aufzubereiten. Damit werden sie für Multichannel-Anbieter immer unerlässlicher. Doch angesichts der vielfältigen Anforderungen, stellt sich auch die Frage nach den Kriterien für die Auswahl des passenden Systems. Worauf sollten Händler also achten?

Händler und Hersteller mit Multichannel-Aufgaben nutzen teilweise bis zu ein Dutzend Systeme, die Produkt- und Stammdaten enthalten. Können diese Elemente gebündelt werden, kann die manuelle Aktualisierung und Aufbereitung automatsiert werden, locken Kosteneinsparungen, eine bessere Performance und eine schnellere Aktualisierung der der Produktinformationen. Da Zeit immer auch Geld ist, kann die Investition in PIM-Systeme hier helfen, den Umsatz zu steigern. Auch wenn die Kosten für ein PIM-System sich schnell im sechsstelligen Bereich bewegen können.

Ein PIM-System ist nämlich salopp gesagt eine zentrale Datenbank, die die Werte bzw Daten medienneutral behandelt und sie dann auf Knopfdruck passend für das jeweilige Ziel (Webshop, Flyer, Banner, etc) auswirft.  Es „verheiratet“ also Produktdaten aus einem bestehenden ERP- oder Warenwirtschaftssystem und die Daten aus Marketing und Vertrieb und bereitet sie „mundgerecht“ für alle Lösungen auf.

Sowohl bei der Aufbereitung der Daten für mehrere Kanäle kann damit die Zeit der Datenpflege erheblich verkürzt werden, also auch der Einsatz der Daten, die vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden, beschleunigt werden. Die Produkte stehen damit dann schneller für den Verkauf bereit.

So bereiten Sie den Start vor:

1.
Da PIM alle Bereich des Unternehmens betrifft, gilt es vor der Einführung alle Beteiligten von IT, über Marketing und Vertrieb bis hin zum Einkauf an einen Tisch zu holen. Auch die Grafiker. Bilder sind schließlich auch Daten. Nur so wissen alle Abteilungen über die jeweiligen Anforderungen und Besonderheiten Bescheid. Kernfragen: Wer liefert welche Daten in welchem Zustand und wie verändern sich womöglich die internen Prozesse? Merke: PIM ist am Ende nur so gut, wie die vorher festgelegte Struktur und der verabredete Workflow.

2. Definieren Sie anhand der gewünschten Kriterien einen Anforderungskatalog auf dessen Basis dann eine Vorauswahl möglicher Software getroffen wird.

3. Für die Einführung muss man einen großzügigen Zeitrahmen einplanen. Reichlich Vorarbeit ist nötig, damit die Automatisierung hinterher ein fehlerfreies Ergebnis liefert.

4. Die Komplexität bei der Einführung eines PIM-Systems lässt sich reduzieren, wenn man beim Einbau modular vorgeht und zunächst entscheidende Elemente einbaut. Dabei lernt man dann auch, welche Arbeitsabläufe womöglich noch nachjustiert werden müssen. Lassen Sie sich dabei auch nicht von der eigenen "Featuritis" blenden, sondern wählen sie nach dem vordringlichen Nutzen für das Tagesgeschäft.

5. Der Wunschkatalog sollte allerdings nicht nur den Status Quo abbilden, sondern künftige Anwendungsmöglichkeiten mit einplanen, damit die gewählte Software auch spätere Einsatzzwecke mit abbilden kann.

6. Es lohnt sich, bei der Implementierung von PIM-Systemen auf einen Dienstleister zurückzugreifen, der Erfahrungen auf diesem Gebiet mitbringt. Idealerweise kennt der auch die bisher eingesetzte Software und hat bereits mit Unternehmen in ähnlicher Größenordnung zusammengearbeitet. Sie wollen ja nicht alles „neu erfinden“, sondern auch auf bestehende Prozesse und Schnittstellen zurückgreifen.

7. Natürlich muss man da auch den Funktionsumfang der verschiedenen Anbieter vergleichen, dabei aber auch Lizenzkosten und Wartungskosten mit im Blick haben. Ein Anruf bei Referenzkunden kann ebenfalls hilfreich für die eigene Orientierung sein. 



Eine erste Übersicht an PIM-Systemen, mögliche Kosten und weitere Tipps zur Implementierung bietet ein Beitrag bei Kassenzone.