Der Einzelhandel ächzt unter Gewinneinbrüchen - aber nicht die Parfümerien. Für 2008 erwartet die Branche positive Umsatzzahlen.

„Es könnte eine schwarze Null werden”, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Parfümerien, Elmar Keldenich. Damit würde es der Branche zum wiederholten Male gelingen, sich von der insgesamt negativen Entwicklung im Einzelhandel abzukoppeln.

Auch die Beschäftigung sei stabil. „Derzeit gibt es wie im Vorjahr in den rund 2.800 Parfümerien in Deutschland rund 19.000 Vollzeitstellen, darunter 2.100 Ausbildungsplätze”, berichtete Keldenich.

Vorfreude aufs Weihnachtsgeschäft

Obwohl etwa das erste Oktober-Wochenende gut lief, sei allerdings eine verstärkte Konsum-Unlust zu spüren. „Auch finanzstarke Kunden üben ein bisschen mehr Zurückhaltung. Das kannten wir noch nicht”, sagte Keldenich.

Die Branche sei aber optimistisch, was das Weihnachtsgeschäft angehe. „Gerade an den Dingen, die man nicht unbedingt braucht, wird erstaunlicherweise auch nicht unbedingt gespart”, hat der Geschäftsführer festgestellt. 

Auffällig sei eine große Nachfrage nach Make-Up, Lippenstiften und Nagellack, der sogenannten dekorativen Kosmetik. Keldenich: „Es scheint bei den Kunden eine Tendenz zu geben: Wenn es mir schlecht geht, schminke ich mich mehr, damit ich wenigstens gut aussehe. Wirtschaftlich schlechte Zeiten sind gute Make-Up-Zeiten.”

Herrenkosmetik wächst langsam, aber beständig

In der Herrenkosmetik sei weiterhin ein Wachstum zu beobachten, allerdings „auf niedrigem Niveau”. „Absoluter Knüller” sind laut Keldenich derzeit Kosmetikkabinen in den Parfümerien, in denen Kosmetika bereits in den Geschäften an den Mann oder die Frau gebracht werden.

„Dienstleistungen werden sehr stark nachgefragt”, sagt der Verbandssprecher. Der Beratungsintensität entsprechend täten die Unternehmen auch mehr für die Qualifikation ihrer Beschäftigten. „Es wird mehr in die Ausbildung und Schulung von Personal investiert”, so Keldenich.