Eine Top-Einkaufsmeile im Ruhrgebiet - das gibt es nicht oft. Und wenn der Westenhellweg in Dortmund auch noch die am besten frequentierte Handelsstraße im wirtschaftsstarken Rhein-Main-Gebiet vom Spitzenplatz verdrängt, dann ist das umso bemerkenswerter.

Der Dortmunder Westenhellweg ist erstmals Deutschlands meistbesuchte Einkaufsstraße. So lautet das Ergebnis der Passantenfrequenz-Zählung 2013 des Immobilienberatungsunternehmens Jones Lang LaSalle. Die Straße erreicht mit stündlich bis zu 12.950 Passanten erstmals die Spitzenposition in dieser seit 1999 jährlich durchgeführten Untersuchung. Die aktuelle Frequenz liegt dabei deutlich über dem Mittelwert der vergangenen zehn Jahre (10.900 Passanten). Zuletzt war die Lage in den Jahren 2002 und 2005 unter den besten drei Einkaufsmeilen Deutschlands. Im Jahr 2012 lag die Straße mit 9.540 Passanten auf Rang acht.

Hinter dem Westenhellweg auf Platz zwei rangiert die Neuhauser Straße in München mit stündlich 11.920 Passanten. Die Kölner Schildergasse folgt mit 11.910 Passanten auf Rang drei. Die stark verbesserte Flinger Straße in Düsseldorf (11.790) und die Kaufingerstraße in München (10.980) komplettieren die Top 5 des .

Berliner Schlossstraße Aufsteiger des Jahres

Die Zeil in Frankfurt belegt in diesem Jahr mit 10.965 Passanten nur Rang sechs - im vorigen Jahr führte die Straße noch die Gesamtwertung an. Die Berliner Schlossstraße ist dafür der Aufsteiger des Jahres. Mit 10.225 Passanten belegt die Lage Rang sieben und profitiert von zugkräftigen Neuanmietungen und Shopping Centern wie dem "Boulevard Berlin". Die Hamburger Mönckebergstraße folgt mit 9.855 Passanten auf Rang acht. Die Georgstraße in Hannover (9.850) und die Stuttgarter Königstraße (9.380) vervollständigen die Top 10 des Jahres 2013.

Die Kirchgasse in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden (8.370; bundesweit Rang 15) ist die bestfrequentierte Einkaufsmeile in der Kategorie . Bei den mittelgroßen Städten mit
Passanten in Einkaufsstraße, Foto: Jones Lang LaSalle
Passanten in Einkaufsstraße, Foto: Jones Lang LaSalle
ist die Kaiser-Joseph-Straße in Freiburg (5.790; 29) das Maß der Dinge. Und in der Kategorie  bestätigt der Seltersweg in Gießen (5.125; 42) seine langjährige Führungsrolle.

Luxus ist in Düsseldorf zu Hause

Bei den Luxusmeilen mit internationalem Renommee bleibt die Düsseldorfer Königsallee (4.965 Passanten, Gesamtplatz 47) das Maß der Dinge. Keine andere Lage dieser Ausrichtung schafft den Sprung in die bundesweiten Top 50. Mit großem Abstand folgen der Neue Wall in Hamburg (3.025, Platz 93), die Stuttgarter Stiftstraße (2.455; 106), die Münchner Maximilianstraße (2.160; 126) und die Goethestraße in Frankfurt (1.075; 155).

Berlin und München haben laut Jones Lang LaSalle die mit Abstand höchste Anzahl an Hochfrequenzlagen. Keine anderen Metropolen bieten gleich fünf Einkaufsmeilen mit jeweils mehr als 5.000 Passanten pro Stunde. In Berlin sind dies Schlossstraße, Tauentzienstraße, Alexanderplatz, Kurfürstendamm und Friedrichstraße. In München erreichen die Lagen Neuhauser Straße, Kaufingerstraße, Tal, Weinstraße und Sendlinger Straße dieses Niveau.

Drei Topmeilen dieser Anziehungskraft gibt es in Hannover (Bahnhofstraße, Georgstraße, Große Packhofstraße). Auf zwei Hochfrequenzmeilen kommen Dortmund (Westenhellweg, Ostenhellweg), Düsseldorf (Flinger Straße, Schadowstraße), Essen (Kettwiger Straße, Limbecker Straße), Hamburg (Mönckebergstraße, Spitalerstraße), Köln (Schildergasse, Hohe Straße), Leipzig (Petersstraße, Grimmaische Straße) und Nürnberg (Breite Gasse, Karolinenstraße).

NRW ist der Frequenzmeister

Bei den Bundesländern ist Nordrhein-Westfalen das Maß der Dinge. 13 Einkaufsstraßen erzielen Frequenzen oberhalb von 5.000 Passanten pro Stunde. Nur Bayern und Baden-Württemberg können mit acht beziehungsweise sechs Lagen halbwegs mithalten. Alle anderen Bundesländer bieten maximal vier Hochfrequenzmeilen.

Mit bundesweit knapp 655.000 gezählten Passanten bleiben die aktuellen Zahlen hinter dem Vorjahr (690.000) und dem Mittelwert der vergangenen fünf Jahre zurück, schreibt Jones Lang LaSalle. Dirk Wichner, Leiter Einzelhandelsvermietung Deutschland, sagt dazu: "Unser Zählergebnis deckt sich durchaus mit Stimmen aus dem Handel, der trotz anhaltend guter Konsumnachfrage leicht rückläufige Frequenzen in ihren Shops beobachtet. Die Euro-Krise sorgt für unsichere Rahmenbedingungen, die nicht spurlos am Handel vorübergehen. Bislang schlägt sich dies aber nicht in rückläufigen Handelsumsätzen oder einer abnehmenden Flächennachfrage nieder."