Deutschlands Firmenauto Nummer eins, der Volkswagen Passat, macht als "Alltrack“ im Outdooranzug nicht nur optisch etwas her - sondern empfiehlt sich im Test von Der Handel auch als Winterauto.

Trotz der allenthalben noch tobenden Jahresendrallye mit "Schnäppchenpreisen“ und "Rabattwochen im Dezember“ haben sich die Automobilhersteller auf ein Minus beim Jahresergebnis eingestellt. Bis Ende November lagen die Zulassungen laut Auskunft des Kraftfahrtbundesamtes in Flensburg 1,7 Prozent unter Vorjahresniveau.

Schaut man sich die Segmente an, verlieren die klassischen Modelle mit Ausnahme der Kleinstwagen. Der Höhenflug von 22,7 Prozent auf 198.065 Zulassungen ist aber praktisch allein dem neuen Auftritt des VW Up geschuldet, der in seinem ersten Verkaufsjahr bislang 39.892 Käufer fand.

Geländewagen legen weiter zu

Dazu gewannen auch die Vans (Fahrberichte zu VW Sharan, Opel Zafira Tourer und Lancia Voyager lesen Sie in der Januar-Ausgabe von Der Handel) – und fast schon wie selbstverständlich die Geländewagen (plus 18,9 Prozent). Trotz dieses nunmehr seit Jahren anhaltenden Trends sind die sogenannten Sports Utility Vehicle (SUV) in vielen Unternehmen aber noch immer von der Bestellliste für dienstwagenberechtigte Mitarbeiter ausgeschlossen.

Vielfahrer, die sich angesichts der winterlichen Straßenverhältnisse dennoch mehr Traktion durch Allradantrieb und mehr Bodenfreiheit wünschen, weil sie Kunden abseits asphaltierter Straßen erreichen müssen, werden seit diesem Jahr aber auch im Programm des Flottenklassikers VW Passat fündig.

Im Frühjahr legten die Wolfsburger den robusten Geländegänger „Alltrack“ auf,  jetzt geht der Passat fürs Grobe in seine erste kalte Jahreszeit – und die Redaktion von Der Handel nahm den Fuhrpark-Dauerbrenner im Outdooranzug gleich auf Eis und Schnee unter die Lupe. Das Ergebnis zusammengefasst: das perfekte Winterauto.

Gefährt gibt gutes Gefühl

Bereits mit dem kleineren der beiden angebotenen Dieselmotoren mit 103 kW/140 PS pflügt der Wagen auch durch 30 Zentimeter Neuschnee als wäre die Straße weiterhin schwarz. Man hat stets das gute Gefühl, dass man mit diesem Gefährt auch bei widrigsten Witterungsverhältnissen seinen Termin gar nicht verpassen kann – mal abgesehen von den anderen Verkehrsteilnehmern, die bei den ersten weißen Flocken ins Schlingern kommen.

Das beste dabei: „Alltrack“ heißt gleichzeitig auch volle Alltagstauglichkeit. Die bekannten Vorzüge des Passat mit üppigen Platzverhältnissen für die Passagiere und stattlichem Stauraum unter der Heckklappe, die auf Wunsch auch elektrisch öffnet und schließt, bleiben erhalten. Bis zu 1.731 Liter Volumen fasst das Gepäckabteil bei Ausnutzung der verwaisten Reserveradmulde.

Mehrverbrauch hält sich in Grenzen

Das serienmäßige Start/Stopp-System, die Bremsenergierückgewinnung (Rekuperation) und das bei Volkswagen traditionell „4motion“ genannte Allradsystem, das die Kräfte nur im Bedarfsfall auch auf die Hinterachse verteilt, helfen den Mehrverbrauch in Grenzen zu halten.

Im Test kam der „Passat für Pfadfinder“ mit 6,5 Litern aus – für das Mehrgewicht und die erhöhte Bodenfreiheit muss gegenüber einem normalen frontgetriebenen Modell in der Praxis also rund ein Liter auf 100 Kilometern zusätzlich eingeplant werden. Angesichts des 70-Liter-Tanks ergibt sich eine Reichweite von etwa 1.000 Kilometern.

Zahlreiche elektronische Helfer stehen bereit

Auch für den Alltrack hält Volkswagen eine umfangreiche Preisliste bereit. Alle erdenklichen elektronischen Helfer bis hin zum automatischen Einparkassistenten stehen als Sonderausstattung bereit, sodass der Preis leicht in die Reichweite eines echten Geländewagens vom Schlage des Touareg getrieben werden kann. Mit Frontantrieb kostet der 103 kW/140 PS starke 2,0 TDI mindestens 34.325 Euro. Der Allrad-Aufschlag beträgt 2.900 Euro; macht 36.225 Euro. Der zum Test vorgefahrene Wagen brachte es auf 49.975 Euro…

Bernd Nusser