Umsatz, Filialnetz und Mitarbeiterzahl entwickeln sich positiv - nur die Tochter Penny bereitet noch Sorgen. Trotzdem legt die Rewe Gruppe eine gute Quartalsbilanz vor. Und will weiter im Discountgeschäft bleiben.

Wie erwartet hat Rewe an diesem Dienstag eine für die Gruppe erfreuliche Bilanz des ersten Quartals 2012 vorgelegt. Allerdings hat die Sanierung des Discounters Penny die Bilanz des zweitgrößten deutschen Handelskonzerns Rewe belastet. Der operative Konzerngewinn (EBITDA) ging 2011 um 140 Millionen Euro oder knapp 11 Prozent auf rund 1,18 Milliarden Euro zurück. Konzernchef Alain Caparros bekräftigte bei der Bilanzvorlage am Dienstag in Köln, dass sich Rewe nicht aus dem Discountgeschäft verabschieden werde.

Die Tochter Penny werde ihre Position behaupten. Penny, der viertgrößte Discounter in Deutschland nach Aldi, Lidl und Netto, schrieb 2011 nach früheren Angaben rote Zahlen. Ein Umbau soll die Tochter profitabel machen.

Der Gesamtumsatz der Rewe-Gruppe konnte wie erwartet im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,1 Prozent auf rund 48 Milliarden Euro gesteigert werden. Die Erlöse in Deutschland verbesserten sich um 3,2 Prozent auf rund 35 Milliarden Euro. Das Plus im Ausland fiel geringfügig besser aus: Hier verbesserte sich der Umsatz um 3,6 Prozent auf 13,5 Milliarden Euro.

Supermärkte laufen bestens

Der Konzernumsatz stieg 2011 um 3,4 Prozent auf die Rekordhöhe von
40,3 Milliarden Euro. Als starker Wachstumsmotor erwiesen sich die konzerneigenen Rewe-Supermärkte in Deutschland, die ein Umsatzplus von fast 10 Prozent erzielten. Im Vergleich dazu sei der Branchenumsatz des Lebensmittel-Einzelhandels in Deutschland im vergangenen Jahr nur um 2,4 Prozent gewachsen. Mit Preisaktionen, längeren Öffnungszeiten und Modernisierungen gewännen die Supermärkte Marktanteile hinzu, sagte Caparros.

Auch im Discount-Bereich konnte Rewe zulegen. Hier erzielten die rund 3.700 Penny-Filialen in Europa ein Umsatzplus von 3,6 Prozent auf 10,3 Milliarden Euro. Selbst die gebeutelten deutschen Pennyläden zeigten sich verbessert - deren Erlöse stiegen in den ersten drei Monaten auf 6,7 Milliarden Euro (plus 1,9 Prozent). Rewe schreibt diesen Erfolg der Mitte 2011 begonnenen Neuausrichtung der Discounttochter zu.

Investitionen werden erhöht

Die Fachmärkte national (mit Toom Baumarkt, B1 Baumarkt Disocunt und ProMarkt) stagnierten bei 2,5 Milliarden Euro Umsatz (plus 0,3 Prozent). Deutliche Verluste gab es hier für den Elektronikhändler ProMarkt mit einem Minus von 3,8 Prozent auf 590 Millionen Euro.

Das Filialnetz der Rewe Gruppe konnte moderat um 1,5 Prozent auf nun 15.700 Märkte ausgebaut werden. Die Anzahl der Mitarbeiter stieg um 3 Prozent auf rund 323.000 Beschäftigte. Der Kölner Konzern setzt weiterhin auf Wachstum und will 2012 seine Investitonen auf 1,4 Milliarden Euro erhöhen (Vorjahr 1,2 Milliarden). "Mit dieser Steigerung unterstreichen wir, dass wir die Kraft haben, einen Turnaround wie bei Penny in Deutschland zu stemmen", sagte laut Mitteilung Alain Caparros.