Der französische Automobilhersteller Peugeot will endlich aus der Absatzkrise herausfahren. Deutschland-Geschäftsführer Marcel de Rycker hat für 2014 ehrgeizige Pläne.

Die turbulenten Zeiten scheinen noch nicht vorüber: Dass mit Carlos Tavares am 1. Januar 2014 ausgerechnet ein Ex-Manager des ewigen Rivalen Renault den Chefsessel beim französischen PSA-Konzern mit den Marken Peugeot und Citroen einnimmt, hat natürlich auch in der größtenteils neu formierten Belegschaft des Deutschland-Importeurs mit neuem Sitz in Köln-Gremberghoven für Überraschung gesorgt.

Kaum schienen die beiden von den europäischen Märkten gebeutelten Marken nach den rigiden Sparmaßnahmen mit der Zwangszusammenlegung der zuvor eigenständigen, nationalen Vertretungen einen neuen Kurs gefunden zu haben, da drohen jetzt schon wieder neue Weisungen aus Paris.

11,8 Milliarden Euro Reserve

„Seit Wochen werden Gerüchte über die Lage des Konzerns verbreitet. Hierzu ist zu sagen: Die finanzielle Lage ist zufriedenstellend, PSA verfügt über eine finanzielle Reserve von 11,8 Milliarden Euro - deutlich mehr, als es Ende 2012 der Fall war", lässt die deutsche Kommunikationsdirektion wissen und bekräftigt: „Dank der Sanierungsanstrengungen ist die Finanzsituation des Konzerns unter Kontrolle".

Nun schickt sich Peugeot an, verloren gegangenes Absatzvolumen zurückzuerobern. Deutschland-Geschäftsführer Marcel de Rycker hat für 2014 die Messlatte zuversichtlich auf 75.800 Zulassungen gelegt - nach mutmaßlich rund 65.000 Pkw- und Nutzfahrzeugverkäufen im laufenden Jahr.

Modelle 2008 und 308 sollen es richten

Vor allem der erst vor wenigen Wochen eingeführte Kompaktwagen 308 und der gleichfalls noch nagelneue 2008, eine Mischung aus Klein- und Geländewagen mit variablem Innenraum, sollen in ihrem jeweils ersten vollen Verkaufsjahr die Kunden endlich wieder in größeren Massen in die Showräume der Peugeot-Händler locken.

Der 2008 legte mit bislang mehr als 4.600 Kaufverträgen immerhin schon einen verheißungsvollen Start hin und punktete insbesondere im Privatkundenbereich. Mit einer neuen „Business-Line" wollen die Franzosen das „Crossover"-Modell nun aber auch verstärkt für den Flottenmarkt attraktiv machen. Die Ausstattung umfasst unter anderem elektrisch verstell-, anklapp- und beheizbare Außenspiegel, Klimaanlage, Lederlenkrad, LED-Tagfahrlicht, Bluetooth-Telefonverbindung, Sitzheizung, Einparkhilfe und Navigationssystem.

"Business-Line" mit Preisvorteil

Das speziell auf die Bedürfnisse gewerblicher Kunden abgestimmte Paket beinhaltet zudem einen zusätzlichen Wartungsplan im dritten Jahr. Den Preisvorteil der „Business-Line" beziffert der Hersteller mit 1.650 Euro. Die Dieselmodelle sind damit ab 20.950 Euro verfügbar.

Und im Kampf um die Firmenparkplätze setzt Peugeot im nächsten Jahr auf einen weiteren Trumpf: Ab Mai steht dem 308 auch wieder die Kombi-Variante SW zur Seite. Dazu halten in dieser Baureihe neue Euro-6-Motoren mit nochmals geringerem Kraftstoffkonsum und eine Sechs-Gang-Automatik Einzug.

Sportcoupé mit 270 PS soll das Image aufpolieren

Foto: Peugeot
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Schon jetzt zählt Peugeot zu den Marken mit den niedrigsten Normverbrauchswerten. Doch mit Vernunft alleine ist es im emotionsgeladenen Automobilgeschäft nicht getan. Für das Vergnügen wird daher das sportliche Coupé RCZ zum stärksten Serien-Peugeot aller Zeiten geschärft - mit einem zusätzlichen „R" hinter dem Kürzel und vor allem 199 kW/270 PS unter der Motorhaube. Der Verkauf beginnt ab Januar zu Preisen ab 41.500 Euro.

„Das Auto ist auf jeden Fall gut fürs Image", weiß Unternehmenssprecher Thomas Schalberger, was der Marke derzeit am meisten fehlt.

Bernd Nusser