Der französische Hersteller kündigt fünf neue Modelle an, die binnen eines Jahres auf den Markt kommen sollen. Den Anfang macht der überarbeitete 2008, der nun zumindest etwas mehr nach SUV ausschaut.

Die Automobilkunden lassen sich nicht beirren. Trotz Dieseldiskussion, Stickstoffdioxidalarm in Innenstädten und der dringenden Notwendigkeit, die Emission des Treibhausgases Kohlendioxid zu vermeiden, bleiben sportliche Geländewagen (SUV) weiter im Trend. In den ersten vier Monaten des Jahres legte die Fahrzeuggattung in Deutschland, nach der Auswertung des Kraftfahrt-Bundesamtes, erneut um 23,8 Prozent zu.

Im Blickpunkt stehen dabei kompakte Geländegänger, die zwar etwas moderater mit dem Kraftstoff umgehen, im Vergleich zu herkömmlichen Fahrzeugen aber natürlich immer noch mehr verbrauchen. In Europa habe sich die Zahl der zugelassenen SUV im sogenannten B-Segment binnen drei Jahren glatt verfünffacht, haben die Marktforscher des französischen Herstellers Peugeot ermittelt: von 200.000 verkauften Einheiten in 2012 auf eine Million in 2015.

Neulinge sind Eigenentwicklungen des Konzerns

Klar, dass da Peugeot, als einer der letzten Hersteller, auch noch diesen wachstumsträchtigen Pfad einschlägt. Hatten die Franzosen in der Vergangenheit nur Modelle angeboten, die in Kooperation mit Mitsubishi entstanden (4007, 4008), so kündigte das Pariser Unternehmen jetzt eine "SUV-Offensive" in Eigenregie an. Fünf neue Modelle will die Marke mit dem Löwen im Emblem in den nächsten zwölf Monaten lancieren, allesamt Entwicklungen des Konzerns.

Den Anfang macht der überarbeitete 2008, den es seit 2013 als etwas geräumigere Version (Kofferraumvolumen 410 bis 1.400 Liter) des Kleinwagens 208 gibt und der jetzt kurzerhand einen trendigen Off-Road-Look verpasst bekam. Plastikbeplanungen und eine rustikaler dreinschauende Frontpartie – fertigt ist das SUV für den Großstadtdschungel.

Traktionshilfe für unterschiedliche Untergründe

Offensichtlich haben die Strategen darin die Chance erkannt, möglichst kurzfristig ins boomende Geschäft einsteigen zu können. Allradantrieb bleibt dem 4,16 Meter kurzen Wagen damit weiter verwehrt. Dafür kann ein Traktionssystem ("Grip Control") geordert werden, das die Bodenhaftung des Fronttrieblers auf unterschiedlichen Untergründen wie Sand und Schnee zumindest erhöht.

Auch ein neues Ausstattungspaket hat der Hersteller spendiert. Die GT-Line krönt die Baureihe – wenn der Fuhrparkleiter die Topversion "Allure" ordert und weitere 1.100 Euro investiert. Dann ist neben zusätzlichen optischen Details auch die Traktionshilfe gleich mit an Bord.

Dieselpreise starten bei 20.200 Euro

Das Dieselangebot, traditionell eine Domäne von Peugeot, beginnt beim 1,6 Liter mit 73 kW/99 PS für 20.200 Euro. Der stärkere 88 kW/120 PS-Selbstzünder kostet mindestens 22.200 Euro, kann aber nicht mit der im Benziner sehr gut arbeitenden Sechsgangautomatik kombiniert werden. Der sparsame Antrieb mit einem Normverbrauch von 3,7 Litern und einem Praxiswert von 5,2 Litern, die günstigen Einstiegspreise und der gut nutzbare Frachtraum machen den kleinen "Geländewagen" auch für den Alltagseinsatz im Fuhrpark interessant. Verkaufsstart der neuen 2008-Version ist am 9. Juni.

Bernd Nusser