Noweda und Anzag melden Umsatzwachstum. Der wachsende Ertragsdruck durch Direktvertrieb sowie sinkende Arzneimittelpreise trüben jedoch die Laune der Pharmagroßhändler.

Die Noweda eG mit Sitz in Essen steigerte den Umsatz im Geschäftsjahr 2007/08 (bis 30.06.) um 7,6 Prozent auf 2,46 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,28 Milliarden Euro). „Das Umsatzwachstum lag damit wieder oberhalb der Branchenentwicklung", betonte Vorstandsvorsitzender Wilfried Hollmann.

Der Jahresüberschuss stieg überproportional zum Umsatz um 8,4 Prozent auf 13,2 Millionen. Dabei üben laut Vorstandsvorsitzender Wilfried Hollmann Preissenkungen bei vielen Medikamenten und Direktlieferungen der Hersteller an die Apotheken unverändert Druck auf den Rohertrag aus. Produktivitätssteigerungen konnten diese Entwicklung jedoch mehr als ausgleichen.

Ertragssituation weiter verschlechtert

Auch der Pharmagroßhändler Andreae-Noris Zahn AG (Anzag) klagt über das immer schwierigere Marktumfeld.

Im Geschäftsjahr 2008 (bis 31. August) hat die Anzag ihren Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahr um 3,5 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro verbessert. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) ist jedoch von 30,9 Millionen Euro aufgrund einmaliger Sondereffekte auf 10,9 Millionen Euro gesunken.

Der Arzneimittelmarkt wuchs im Geschäftsjahr 2008 zwar um 5,3 Prozent, doch der Umsatz des pharmazeutischen Großhandels erhöhte sich lediglich um 3,5 Prozent, sagte Dr. Thomas Trümper, Vorstandsvorsitzender der Anzag.

Der Grund hierfür waren laut Trümper Direktbelieferungen der Apotheken durch die Hersteller, die weiter zugenommen haben und inzwischen fast 17 Prozent vom Gesamtmarkt einnehmen.

Zudem wirkten sich die sinkenden Arzneimittelpreise in wesentlichen Sortimentsbereichen unmittelbar auf die Erträge im pharmazeutischen Großhandel aus. Auch der Konditionenwettbewerb im Markt werde immer intensiver.