Ohne Suchfunktion sind keine Website und kein Online-Shop denkbar. Richtig konfiguriert und genutzt kann eine intelligente Suchfunktion ein echter Umsatzbringer sein. Verwunderlich, dass eher nur ein geringer Anteil an Betreibern der Suchfunktion die Aufmerksamkeit schenkt, die sie verdient.

Sehr intensiv beschäftigen sich dagegen alle Unternehmen mit der Frage, wie es gelingt, auf die ersten Seiten der Suchmaschinen zu kommen. Da werden Texte und Produktbeschreibungen optimiert, da wird mehr oder weniger intensiv getrickst und der Erfolg der eigenen Maßnahmen durch ein regelmäßiges Web-Controlling überprüft. Sicher, der erste Schritt ist der schwerste. Die Aufmerksamkeit des Kunden auf das eigene Angebot zu lenken und in den Shop zu führen. Aber wenn er erst einmal dort angelangt ist, sollte er doch auch möglichst exakt das finden, wonach er sucht. Ob er das tut, muss die Analyse der internen Suchfunktion erbringen.

Interne Suchfunktionen - die Suche nach dem "Dingelhopper"?

Selbstverständlich verfügen Redaktionssysteme, CMS und Shops über eine interne Suche. Die findet in aller Regel auch zuverlässig exakt das, was der Nutzer in die Suchmaske eingetragen hat. Nicht mehr und nicht weniger.

Fakt ist - die internen Suchfunktionen stoßen schnell an ihre Grenzen:

•     Wenn sich ein Anbieter in der Beschreibung eines Artikels verschrieben hat, kann der Kunde so oft er möchte, die Produkteigenschaft eingeben, die er sich wünscht. Der Shop wird sich weigern, ihm den Weg zur Ware aufzuzeigen.

•     Ihr Kunde muss wissen, wie das Ding genannt wird, dass er kaufen will. Oder besser - wie es die Hersteller selbst so bezeichnen. In einem Kinderfilm von Disney erblickt die Protagonistin einen Gegenstand des Alltags, mit dem sie nichts anfangen kann. Sie nennt das Ding, das wir als Gabel kennen, einen Dingelhopper. Und vielleicht sucht Ihr Kunde einen solchen Dingelhopper auch bei Ihnen, findet ihn bloß nicht? Flache Aktendeckel, wie sie zum Beispiel in den USA als Standard der Büroablage verwendet werden, heißen je nach Shop "Einstellmappe", "Aktendeckel" oder auch "Manilla Folder". Dumm, wenn sich Kunde und Shop nicht miteinander verstehen.

Das muss die Shopsuche können

Die Verbesserung der Shopsuche bietet dem Händler die Chance auf mehr Umsätze. Eine leistungsfähige Suchfunktion kann das Einkaufserlebnis des Kunden angenehmer zu machen, und reduziert das Risiko, ihn an einen Mitbewerber zu verlieren, weil er nicht findet, was er sucht.

Kostenlos ist eine Optimierung allerdings nicht zu bekommen. Auswahl, Implementierung und eventuelles Tuning kosten wenigstens Zeit und üblicherweise auch noch Lizenzgebühren.

So sieht eine gute Suchfunktion aus: Vervollständigung, Fehlertoleranz und das Setzen von Filtern
So sieht eine gute Suchfunktion aus: Vervollständigung, Fehlertoleranz und das Setzen von Filtern

Wie erkennen Sie ein gutes Such-Plug-in? Und wie beurteilen Sie die in Ihrem Shop eingebaute Suchfunktion?

•     Umgang mit Tipp- und Eingabefehlern: Ganz klar, wer "Btterie" eingibt, darf eigentlich nicht erwarten, dass der Shop auch "Batterie" findet. Je komplexer die Produktbezeichnungen, desto ausgefeilter sollte die Fehlertoleranz sein. Oder wissen Sie immer so ganz genau, wie sich der Hersteller eines Produkts schreibt?

•     Auto-Vervollständigung anbieten: Google setzt in Sachen Suche Maßstäbe. Die Eingaben des Nutzers Buchstabe um Buchstabe zu ergänzen, steigert nicht nur den Komfort. Sie führt den Nutzer auch direkt zum gesuchten Produkt.

•     Synonyme erkennen: Eine intelligente Suchfunktion, die diesen Namen auch verdient, muss Synonyme erkennen können. Einstellmappe, Dünndruckablage, Aktendeckel oder Einzelblattablage - Unterschiede dürfen keine Rolle spielen.

•     Vorschläge unterbreiten: Aktiv auf die Eingabe des Besuchers einzugehen, zählt zu den Königsdisziplinen bei der Entwicklung der Shopsuche. Die Kundeneingabe von "Seco" vervollständigt die Suche zunächst zu Produkten mit dem Bestandteil "Second". Ein weiterer Zusatz muss dann aber zum Kaffevollautomaten-Hersteller "Saeco" führen, wenn der Kunde einen entsprechenden Modellnamen eingetragen hat.

•     Optional Filter setzen: Die Suche sollte stets den gesamten Shop umfassen. Denn immerhin ist es ja möglich, dass der Kunde quer eingestiegen ist und sich bereits tief in einer Produktkategorie befindet. Hat Google den Besucher in die Abteilung für Manschettenknöpfe gespült, ihm fällt aber nun ein, dass er auch noch eine bestimmte Damenuhr kaufen möchte, wäre es unglücklich, wenn der Shop den Eindruck erweckt, den Artikel nicht zu führen. Potentielle Filter könnten direkt als Einträge in einem Listenfeld unterhalb der Vervollständigung erscheinen. Oder sie werden als Optionen separat neben dem Formular platziert.

Nützlich ist es auch, wenn die Suchfunktion auch mit Marketing-Aktionen gekoppelt werden kann. Direkt auf der Trefferliste oder bereits in den Suchvorschlägen werden dann Top-Verkäufe oder passende Komplementärprodukte angeboten.

Optimal wäre es, wenn die Suchfunktion zusätzlich weitere Bereiche des Shops einbezieht. Begriffe wie "Rückgabe" oder "Umtausch" sollten zu FAQ-Seiten und auch den AGB des Angebots führen.

Die passende Suchfunktion für Ihren Shop finden

Gehen Sie systematisch bei der Suche nach einem Such-Plug-in vor:

•     Ausgangssituation analysieren: Wie schneidet Ihre eigene Suchfunktion in Sachen Fehler und Synonyme ab? Welche Punkte wollen Sie unbedingt verbessern?

•     Budget ermitteln: Werten Sie Fehler- bzw. Suchprotokolle Ihres Shops aus und ermitteln Sie, wie viel Umsatz Ihnen durch nicht gefundene Artikel im vergangenen Quartal entgangen ist.

•     Suchen Sie gezielt nach Anbietern. Ihre Wunschfunktionen haben Sie in weiten Teilen im ersten Schritt formuliert. Und die Prognose der höheren Umsätze gibt das Budget vor.

•     Können Sie eine Testversion erhalten? Gibt es eine Demo-Version für die Anwendung?

•     Welche Lizenzkosten kommen auf Sie zu?

•     Beleuchten Sie den Integrationsaufwand kritisch. Was muss auf Ihrer Seite an Ihrem System getan werden? Rechnen Sie im Zweifel immer mit etwas höherem Aufwand, als ihn die Hersteller beziffern. Welches Projekt läuft glatt durch?

•     Ist eine Nutzung als SaaS-Lösung möglich? Was passiert, wenn der Server des Anbieters nicht erreichbar ist? Welche Fallback-Option haben Sie dann?

•     Wenn Sie die Zusammenarbeit beenden wollen, oder aber eine andere Funktion nutzen möchten: Wie schnell geht der Wechsel? Verhält sich das Plug-in wie eine Blackbox und kann rasch ausgetauscht werden?

Die Optimierung der Suchfunktion im Shop kann ein nächster Schritt sein, um alle Umsatzpotentiale der Site zu heben. Vorausgesetzt die Grundlagen in Design und SEO wurden erfolgreich geschaffen.

Foto oben: Jiposhy, Flickr