Die New Economy hangelt sich von einer erschütternden Nachricht zur nächsten. Bei den B2B-Marktplätzen ist das Bild jedoch keinesfalls so düster, wie es derzeit für die gesamte Internet-Branche gezeichnet wird.

Trotz der angespannten Lage in der New Economy ist die Zahl der Insolvenzen bei den B2B-Marktplätzen vergleichsweise gering. Die deutschen Marktplätze begegnen dem allgemeinen Negativ-Trend durch Umorientierungen in den Geschäftsmodellen und durch das Angebot von Zusatzleistungen. Zu diesem Ergebnis kommt die Berlecon Research-Studie "Vom Vermittler zum Dienstleister: B2B-Marktplätze in Deutschland 2001".

Die New Economy hangelt sich von einer erschütternden Nachricht zur nächsten. Bei den B2B-Marktplätzen ist das Bild jedoch keinesfalls so düster, wie es derzeit für die gesamte Internet-Branche gezeichnet wird: Bis zum Frühjahr 2001 standen den 183 aktiven Marktplätzen in Deutschland lediglich 24 aufgegebene Handelsplattformen gegenüber. Nur 13% dieser Marktaustritte waren auf Konkurse oder vollständige Auflösungen zurückzuführen. Die meisten Marktaustritte erfolgten aufgrund einer Umorientierung im Geschäftsmodell. Dieses Bild hat sich seit dem Frühjahr kaum verändert.

"Viele ehemalige Marktplätze und Hersteller von Marktplatzlösungen haben ihre Stärken erkannt und setzen nun vor allem auf den Vertrieb ihrer Software zum Aufbau von Integrationsplattformen. Zusätzlich können sie die umfangreichen Kenntnisse der Abbildung von Prozessen gut als Beratungs-Dienstleistung an den Markt bringen", so Dorit Spiller von Berlecon Research. "Diese Umorientierung ist ein Schritt in die richtige Richtung: Die Anbindung der Warenwirtschaftssysteme von Kunden und Zulieferern auf so genannten private marketplaces oder Integrationsplattformen ist für viele Unternehmen vorrangiges Ziel, da hier die größten Einsparpotenziale liegen", ergänzt die Senior Analystin.

Wie Berlecon herausfand, stellt für die Mehrzahl der aktiven Marktplätze der Betrieb einer Plattform, über die Unternehmen handeln können, nach wie vor das Kerngeschäft dar. Aber auch bei diesen Marktplätzen werden Einnahmen zunehmend über die Integration von Handelspartnern oder durch zusätzliche Dienstleistungen erzielt: Hier spielen sowohl Fulfillment-Dienste wie Logistik und Zahlungsabwicklung als auch Software-Lizensierung und Beratungsleistungen eine wesentliche Rolle. Dorit Spiller: "Besonders im B2B-Geschäft ist die Schaffung von echtem und dauerhaftem Mehrwert wesentlich. Aber erst wenn die Einsparungen schwarz auf weiß sichtbar sind, wird der Mehrwert für Unternehmen deutlich. Durch professionelle Beratung realisieren Unternehmen Einsparpotenziale und erkennen dadurch den Wert eines Marktplatzes. Daher gehen wir davon aus, dass Beratungsleistungen durch Marktplätze weiter ansteigen werden."

Für die Marktanalyse haben die Berliner Wirtschaftsforscher nach eigenen Angaben eine detaillierte Umfrage unter 98 deutschen Marktplatzbetreibern durchgeführt und die Berlecon Research-Marktplatzdatenbank mit fast 1.500 internationalen Einträgen ausgewertet. Die Studie enthält 98 ausführliche Profile der wichtigsten deutschen Marktplätze, analysiert Erfolgsstrategien und liefert Szenarien für die zukünftige Marktentwicklung. Weitere Informationen zur aktuellen Studie sind unter www.berlecon.de/studien/b2b3 erhältlich. (ST)


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