Trotz Wirtschaftskrise: Auf der Ernährungsmesse Anuga regiert Optimismus, nicht einmal Bombenalarm kann daran etwas ändern. Denn die GfK meldet steigende Kauflaune der Verbraucher.

Für fünf Stunden in der Nacht von Samstag auf Sonntag war die gute Stimmung etwas gedrückt. Doch nachdem die Polizei das Messegelände abgesucht hatte, löste sich die Anspannung. Von einem Anschlag auf die Anuga war keine Spur. Eine im Internet veröffentlichte entsprechende Drohung erwies sich als falsch. Sicherheitshalber hatte die Polizei ab Sonntag ihre Präsenz erhöht. 

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Dieser Zwischenfall sollte den Optimismus der größten und wichtigsten Ernährungsmesse der Welt nicht trüben. 6.522 Anbieter aus 97 Ländern treffen sich seit Samstag unter dem Kölner Messedach. Bis morgen, Mittwoch, wird sich in der Domstadt alles um die Themen Ernährungswirtschaft drehen. Partnerland der Schau ist in diesem Jahr die Türkei.

GfK-Studie bestätigt Kauflaune

Trotz Wirtschaftskrise: Die Messebesucher strahlen größtenteils Zuversicht aus. "Getrunken und gegessen wird immer", ist eine gängige Vorhersage.

Die Hoffnung, dass die Verbraucher weiter kräftig konsumieren, wird durch eine aktuelle Studie der GfK bestätigt. Demnach wollen 32 Prozent der Konsumenten lieber Geld für Anschaffung ausgeben, als es anzulegen. Nur 16 Prozent haben vor, in den kommenden sechs Monaten mehr zu sparen. Für diese Studie befragten die Nürnberger Marktforscher im September 2.000 Verbraucher.

Die Kauflaune der Deutschen bestätigen unter anderem Feinkostanbieter wie Dittman oder Rila. "Umsatzeinbußen haben wir nicht gehabt," hieß es von beiden Seiten.

Qualität verkauft sich gut

Auch beim Tiefkühlkostanbieter Frosta verlief das vergangene Jahr gut. "Unsere Produkte verkauften sich gut, obwohl wir im hohen Preissegment angesiedelt sind. Die Verbraucher legen zunehmend Wert auf Qualität", sagte ein Unternehmenssprecher.

Eine gute Absatzchance bietet auch die kommende Fußball-WM in Südafrika. Besonders zur Grillsaison bieten sich hier den Händlern gute Möglichkeiten, vorhandene oder neue Produkte dem Konsumenten schmackhaft zu machen. Mit besonderen Angeboten und Produktvariationen versuchen die Anbieter, das positive Kaufverhalten der Konsumenten weiterhin aufrecht zu erhalten.

Keine Angst mehr vor Preiskämpfen

Die Sorgen der Branchen vor weiteren die Rabattschlachten des Einzelhandels sind ebenfalls abgeklungen. Nachdem vor wenigen Tagen die Discounter die zehnte Preissenkungswelle eingeleitet haben, rechnet die Branche nicht mehr mit weiteren deutlichen Nachlässen.

Die Preissenkungen zeugten von einem scharfen Verdrängungewettbewerb, teilte die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie mit. Weitere Spielräume nach unten gebe es aber nicht.

Ann-Kristin Müller mit Material von dpa