Konkurrenz für den Pizza-Service? Deutsche Post und Lufthansa wollen Onlinekunden künftig gemeinsam Bordverpflegung nach Hause liefern. Die Firmen wollen testen, ob das Kabinen-Menü am Boden ankommt.

Kabinen-Menü per Post: Bordverpflegung könnte nach dem Willen von Post und Lufthansa schon bald auch einer hungrigen Kundschaft am Boden aufgetischt werden. Die Posttochter Allyouneed.com und die Lufthansa-Service-Gesellschaft (LSG) starten an diesem Mittwoch einen achtwöchigen Testlauf mit dem Onlineverkauf von Menüs aus der Kabine. Ein Sprecher von Allyouneed bestätige am Dienstag einen entsprechenden Bericht der "Rheinischen Post".

Die Menüs, die Lufthansa den Fluggästen auf längeren Flügen anbietet, werden von der LSG gekocht und sollen den Kunden mit dem Kurierdienst DHL zugestellt werden. Dabei gehe es darum, neue Potenziale im Lebensmittel-Onlinehandel zu erkennen, sagte der Unternehmenssprecher.

Allyouneed ist einer von mittlerweile zahlreichen Händlern, über die Verbraucher im Internet Lebensmittel bestellen können. Auch Supermarkt-Konzerne wie Rewe, Edeka oder Tengelmann verkaufen Lebensmittel per Klick.

Lebensmittel aus dem Netz langsam beliebter

In Deutschland steckt der Online-Handel mit Lebensmitteln noch in den Kinderschuhen, nimmt aber langsam Fahrt auf. Sein Anteil am gesamten E-Commerce-Geschäft lag 2012 noch bei 0,3 Prozent. Der Hauptverband des Einzelhandels spricht von einer marginalen Erscheinung. Nach einer Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young von Anfang 2014 sollen bis 2020 Lebensmittel im Wert von 20 Milliarden Euro über das Internet gekauft werden. Derzeit sind es eine halbe Milliarde Euro.