Der Investor Clemens Vedder wird sich wider Erwarten nicht an der Kapitalerhöhung der Baumarktkette beteiligen. Praktiker hält die Kapitalmaßnahme dennoch für "weitgehend abgesichert".

Der kuriose Fall der angeschlagenen Baumarktkette Praktiker ist um eine weitere überraschende Wendung reicher: Der schillernde Investor Clemes Vedder wird sich nun doch nicht, wie ursprünglich angekündigt, an der 60-Millionen-Euro-Kapitalerhöhung beteiligen. 

"Die Whitesmith Private Equity Investors L.P. ist aus dem Kreis der Back-Stop-Investoren ausgeschieden", erklärt das Unternehmen am heutigen Montag in einer Pflichtmitteilung. "Zu bestimmten Details der Back-Stop-Vereinbarung vom 4. Oktober ließ sich keine Einigung erzielen".

Donau Invest stockt Garantiezusagen auf

Dennoch sei die geplante Kapitalerhöhung "weitestgehend abgesichert", heißt es in der Erklärung weiter. Die zum Einflussbereich der Fondsmanagerin Isabella de Krassny gehörende Donau Invest Beteiligungs GmbH habe ihre bereits bestehende Zusage zum Ankauf nicht gezeichneter neuer Aktien um 15 Millionen Euro auf 35 Millionen Euro erhöht. Zudem beabsichtige die Berenberg Bank, die die Kapitalerhöhung begleitet, neue Aktien bis zu einem Gesamtvolumen von 25 Millionen Euro zu übernehmen, so die Ad-hoc-Mitteilung.

Die Garantieerklärungen von Donau Invest und der Berenberg Bank greifen jeweils nur in dem Umfang, in dem bestehende Aktionäre keinen Gebrauch von ihren Bezugsrechten machen.

"Wir begrüßen die beabsichtigte Übernahmegarantie seitens der Berenberg Bank und das erhöhte Engagement der Donau Invest", lässt sich Armin Burger, seit 15. Oktober 2012 Vorsitzender des Vorstands der Praktiker AG, in der Ad-hoc-Mitteilung zitieren. "Ich bin davon überzeugt, dass Donau Invest als potentieller zukünftiger Ankeraktionär eine wichtige Funktion in der Begleitung und der Unterstützung des Restrukturierungsprozesses spielen wird."

Clemens Vedder war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. In Verhandlungskreisen war schon vor Wochen über einen möglichen Rückzug des Investors spekuliert worden.

Am Mittwoch dieser Woche (21.11.) urteilt das Oberlandesgerichtes Saarbrücken über die Zulässigkeit der auf der Hauptversammlung im Juli dieses Jahres beschlossenen Kapitalerhöhung.