Die Umsatzflaute hält bei Praktiker weiter an: Im ersten Quartal 2011 musste der Baumarktbetreiber ein zweistelliges Minus hinnehmen. Besonders im Inland gingen die Geschäfte schlecht.

Noch wirkt sich die neue Kampagne mit dem Werbepromi Boris Becker nicht positiv auf die Umsätze des Baumarktbetreibers Praktiker aus: Im ersten Quartal 2011 musste der Konzern ein sattes Umsatzminus von 10,9 Prozent auf 666,4 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum hinnehmen.

"Die anhaltende Wirtschaftsschwäche in wichtigen Auslandsmärkten sowie der Verzicht auf allgemeine Rabattaktionen bei Praktiker Deutschland" seien daran schuld gewesen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Gleichzeitig erhöhte sich der operative Verlust - trotz Verbesserungen in der Rohertragsmarge und Einsparungen - von 52,1 auf 71,6 Millionen Euro. Immerhin schnitt die Tochter Max Bahr besser als im Vorjahr ab.

Das rettete jedoch das Ergebnis im ersten Quartal nicht. "Das ist bedauerlich, war aber angesichts der Umbruchsituation in der Vermarktung von Praktiker Deutschland und der fortdauernden Konsumflaute in wichtigen Auslandsmärkten nicht anders zu erwarten", beschwichtigt Konzernchef Wolfgang Werner.

Erschreckend schwaches Inlandsgeschäft

Im Inland gingen die Umsatzerlöse in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres sogar stärker zurück - um 18,9 Prozent von 388,1 auf 314,9 Millionen Euro.

"Dieser Rückgang resultiert vor allem daraus, dass im ersten Quartal 2010 noch massiv mit offenen Pauschalrabattaktionen operiert worden war, auf die nun 2011 ganz verzichtet wurde", heißt es bei Praktiker als Begründung. Damit fehlten laut Vorstandsvorsitzender Werner "potenzielle Umsatztreiber".

Das internationale Geschäft sei im ersten Quartal 2011 uneinheitlich verlaufen. So sei der Umsatz in der Ukraine sowie in der Türkei gestiegen. In Bulgarien, Rumänien und Griechenland dagegen waren aufgrund der schwierigen Konjunktur deutliche Rückgänge zu verzeichnen. Das Geschäftsvolumen in Polen, Ungarn und Luxemburg blieb laut Praktiker stabil.

Alles hängt vom zweiten Quartal ab

Praktiker-Chef Wolfgang Werner bleibt nur nach vorne zu schauen. "Umsatz und Ertrag haben sich im ersten Quartal nicht so entwickelt, dass es leichter geworden wäre, die Zielsetzungen für 2011 zu erreichen", sagte er.

"Alles hängt jetzt davon ab, wie rasch die Neupositionierung der Marke Praktiker sich in steigenden Umsätzen niederschlägt und wann die für Praktiker wesentlichen Länder des internationalen Portfolios sich wieder erholen", betonte Werner.

Das zweite Quartal, das traditionell den höchsten Beitrag zum Ergebnis des Jahres beisteuert, werde daher "die entscheidenden Wegweisungen für das Gesamtjahr liefern".

Schon 2010 ist für den Baumarktbetreiber nicht gerade erfolgreich verlaufen: Praktiker wies für das Geschäftsjahr einen Verlust von 33,6 Millionen Euro aus. Dabei haben die deutschen Konsumenten im vergangenen Jahr eine Rekordsumme fürs Heimwerken ausgegeben.