Bei Praktiker bleibt die Lage schlecht. Im ersten Quartal verbuchte die Baumarktkette einen Umsatzrückang. Aber auch der Rest der Branche klagt und hofft auf schönes Wetter.

Neben der Wirtschaftskrise beeinträchtigte das kalte Wetter in den ersten drei Monaten das Geschäft.  Zudem belastete die Abwertung osteuropäischer Währungen, teilte der Konzern heute in Kirkel mit. Die Erlöse sanken vor allem wegen eines schwachen Auslandsgeschäfts um acht Prozent auf 795,6 Millionen Euro. Unter dem Strich summierte sich das Nettoergebnis auf minus 36,8 Millionen Euro nach minus 23,5 Millionen Euro im Jahr zuvor.

Hoffen aufs schöne Wetter

Pratiker hofft nun auf das zweite Quartal, das für das Unternehmen als wichtigster Jahresabschnitt gilt.  Hier habe das bisher schöne Frühlingswetter für eine Belebung vor allem des margenstarken Geschäfts gesorgt.

Das Wetter im März hat die gesamte Baumarktbranche belebt. Auf bereinigter Fläche wurde im Durchschnitt 1,2 Prozent mehr Umsatz als im Vergleichsmonat des Vorjahres erzielt. Dagegen mussten sie in den ersten beiden Monaten teils deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen.

Kritik an der Absatzprämie

Praktiker kritisiert wie andere Händler auch die Abwrackprämie für Altautos, "die Autoherstellern einen ungeahnten Nachfragezuwachs beschert, allerdings auch immer größere Teile der Kaufkraft der privaten Konsumenten absorbiert."

Auf die schlechten Zahlen hat reagiert Praktiker mit einem Kostensenkungsprogramm "im Umfang eines niedrigen zweistelligen Millionenbetrags". Dazu gehören Stabilisierung der Rohertragsmarge, ein Einstellungsstopp in der Zentrale und ein Einfrieren der Ge­hälter außertariflicher Mitarbeiter umgesetzt. Zudem wurde bei Praktiker Deutschland wurde in einem Teil der Märkte Kurzarbeit eingeführt.

Weniger Investitionen

Zur Liquiditätssicherung werden die zahlungswirksamen Investitionen gegenüber dem Vorjahr deutlich gesenkt und sollen am Jahresende zwischen 70 und 80 Millionen Euro liegen, teilt der Baumarkt mit.

Im Ausland legt der Konzern eine Wachs­tumspause ein, die Zahl der neuen Standorte wird auf eine wenige begrenzt.