Während andere Baumarktbetreiber sich über optimale Wetter- und Konjunkturbedingungen freuen, büßt Praktiker weiterhin Umsätze und Erträge ein. Einen Lichtblick im Konzern gibt es immerhin.

Der Praktiker-Konzern wartet weiterhin auf bessere Zeiten: Umsatz und Ertag blieben auch im dritten Quartal hinter dem Vorjahr zurück. Nur mit ausgiebigen Rabatten konnte der Baumarktbetreiber in Deutschland seine Ware an den Heimwerker bringen.

Im dritten Quartal hat der Konzern einen Umsatz von 844,4 Millionen Euro erzielt, das sind 7,3 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. "Im Vergleich zum ersten Halbjahr mit minus 9,2 Prozent hat sich der negative Umsatztrend abgeschwächt", versucht der Konzern den düsteren Zahlen eine positive Seite abzugewinnen.

Umsatzverluste im In- und Ausland

Insgesamt gingen im Inland die Verkaufserlöse um 5,4 Prozent zurück. Nur das Tochterunternehmen Max Bahr konnte im Deutschlandgeschäft Umsätze hinzugewinnen. Im Ausland gab der Umsatz "aufgrund anhaltend schlechter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und negativer Währungseffekte" im dritten Quartal mit 11,6 Prozent stärker nach als in der ersten Jahreshälfte.

Von Januar bis September setzte der Praktiker-Konzern mit rund 2,468 Milliarden Euro 8,5 Prozent weniger um als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs.

Rohertragsmarge: Minus 32 Prozent

"Seit Beginn der zweiten Jahreshälfte hat der Abbau des Vorratsvermögens hohe Priorität", beschreibt der Konzern seine Misere. "Konzernweit sorgten aggressive Marketingmaßnahmen mit hohen Preiszugeständnissen für einen beschleunigten Verkauf der Überbestände." Geld kann man auf diese Weise jedoch nur schwerlich verdienen, räumt das Unternehmen ebenfalls ein: "Das hatte positive Auswirkungen auf das Net Working Capital und vor allem die Liquidität, ging aber zulasten der Rohertragsmarge, die im dritten Quartal um 2,3 Prozentpunkte auf 32,3 Prozent gesunken ist.

Der Rückgang der Rohertragsmarge blieb im dritten Quartal nicht ohne Auswirkungen auf das operative Ergebnis des Praktiker-Konzerns. Es erreichte minus 10,1 Millionen Euro. Für die ersten neun Monate wurde ein Verlust in Höhe von 153,6 Millionen Euro ausgewiesen. Vor Sondereffekten, die im dritten Quartal allein aus dem Restrukturierungsprogramm "Praktiker 2013" entstanden sind, schließt das dritte Quartal mit einem EBITA von plus 3,5 Millionen Euro (Vorjahr 40,0 Millionen Euro) ab.

Für die ersten neun Monate ergibt sich ein operatives Ergebnis vor Sondereffekten von minus 21,5 Millionen Euro (Vorjahr plus 54,4 Millionen Euro). Das neue Management rechnet auch im Hinblick auf das Gesamtjahr mit deutlichen Verlusten gegenüber dem Vorjahr, gibt jedoch - zwei Monate vor Jahresende -  keine konktrete Prognose ab.