Umsatz und Ertrag der Baumarktkette Praktiker bleiben im ersten Halbjahr 2010 unter den eigenen Erwartungen. Der Konzern korrigiert das Umsatzziel für dieses Jahr nach unten - schuld daran ist das Wetter.

Der Baumarktkonzern Praktiker kämpft weiterhin mit einer unbefriedigenden Umsatz- und Ertragslage. Im ersten Halbjahr 2010 erlöste das saarländische Unternehmen insgesamt 1,79 Milliarden Euro umgesetzt - was einem Umsatzrückgang von 5,8 Prozent zum Vorjahreszeitraum (1,89 Milliarden Euro) entspricht.

Wolfgang Werner, Vorstandsvorsitzender der Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte Holding AG, bezeichnete den Geschäftsverlauf als "nicht zufrieden stellend". Umsatz und Ertrag seien "hinter unseren Erwartungen zurück geblieben".

Sondereffekte belasten das schwache Ergebnis zusätzlich

Beim operativen Ergebnis musste Praktiker aufgrund von Sondereffekten herbe Einbußen verzeichnen. Das ausgewiesene EBITA der ersten sechs Monate erreichte lediglich 0,1 Millionen Euro und lag 18,8 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert, im Wesentlichen weil in den ersten sechs Monaten dieses Jahres aus unterschiedlichen Gründen einmalige Aufwendungen in Höhe von insgesamt 14,3 Millionen Euro angefallen sind, so Werner.

Unter rein operativen Gesichtspunkten - vor Sondereffekten - wurde im ersten Halbjahr nach Angaben des Unternehmens ein EBITA in Höhe von 14,4 Millionen Euro erzielt - 4,5 Millionen Euro weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres (18,9 Millionen Euro) - das entspricht einem Rückgang von 23,8 Prozent.

Schlechtes Wetter, schwaches Ausland

Ursächlich für die Entwicklung sei vor allem der schneereiche Winter im ersten und die lang anhaltende Schlechtwetterperiode im zweiten Quartal gewesen. Das schlechte Wetter im April und Mai habe das saisonale Gartengeschäft nicht nur bei Praktiker und Max Bahr, sondern in der gesamten Branche stark beeinträchtigt, klagte Werner. Hinzu komme, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Auslandsgeschäft nur langsam verbessert hätten, so der Praktikerchef.

Bereits im vergangenen Jahr hatte der Baumarktbetreiber ein Umsatzminus von rund 6 Prozent und deutliche Ertragseinbrüche verbuchen müssen und Kurzarbeitergeld beantragt.

Konkurrent Hornbach meldete jüngst trotz des kalten Frühjahrs einen leichten Umsatzanstieg in den Monaten März bis Mai 2010. 

Über 6 Prozent im Minus

Im deutschen Markt erzielte der Konzern mit den drei Marken Praktiker, Max Bahr und extra Bau+Hobby insgesamt einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro - das sind 6,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Flächenbereinigt ergab sich ein Minus von 7,7 Prozent. Im Auslandsgeschäft ging der Umsatz um 3,5 Prozent auf 474,5 Millionen Euro zurück (flächenbereinigt minus 7,3 Prozent).

In Deutschland war der Umsatzrückgang im zweiten Quartal mit minus 7,2 Prozent - auf 756,4 Millionen Euro - etwas ausgeprägter als im ersten Quartal des Jahres 2010. Im Ausland verhielt es sich umgekehrt. Dort lag der Umsatz im zweiten Quartal (282,5 Millionen Euro) mit minus 1 Prozent nahezu auf Vorjahresniveau.

Vorsichtig optimistischer Ausblick

Dennoch blickte des Praktiker-Vorstandschef aufgrund der sich langsam verbessernden internationalen Marktlage und einer Stabilisierung des operativen Ergebnisses in Deutschland mit vorsichtigem Optimismus auf das zweite Halbjahr. Im Juni habe der Umsatz im In- und Ausland gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresmonat erstmals wieder zu. Trotzdem rechnet Werner für das gesamte Geschäftsjahr 2010 mit einem Rückgang des Konzernumsatzes im niedrigen einstelligen Bereich.

Mit Blick auf die Ergebnissituation im laufenden Jahr erwartete Werner dennoch eine "deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr".