Als Jahr mit "tief greifenden Veränderungen", bezeichnet Praktiker-Chef Burger 2012. Die Baumarktkette ist zwar noch lange nicht wieder gesund, aber etwas weniger krank.

Die Sanierung von Praktiker zeigt erste kleine Erfolge. Die Baumarktkette konnte im Jahr 2012 bei einem Umsatzrückgang um 5,6 Prozent auf 3,003 Milliarden Euro den operativen Verlust deutlich reduzieren. Das ausgewiesene EBITA lag bei minus 128,8 Millionen Euro. Die gegenüber 2011 erhebliche Verbesserung um rund 65 Prozent ist allerdings ausschließlich auf den Abbau von Sondereffekten zurückzuführen, teilt das angeschlagene Unternehmen mit.

Diese Sondereffekte betrugen 29,6 Millionen Euro (Vorjahr 473 Millionen Euro). Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Aufwendungen für den Umbau von Praktiker-Märkten auf Max Bahr, Rückstellungen für geplante Marktschließungen und erhöhte Beratungsaufwendungen. Nach Abzug dieser Sondereffekte betrug das EBITA minus 99,1 Millionen Euro (Vorjahr minus 61,6 Millionen Euro).

Veränderungen haben Umsatz und Ertrag belastet

"2012 war ein Jahr tief greifender Verwerfungen, die in erheblichem Ausmaß Umsatz und Ertrag belastet hatten. 2013 werden wir den eingeschlagenen Weg weitergehen und damit die Grundlage für die erfolgreiche Neupositionierung des Konzerns schaffen. Der Ausbau der ertragsstarken Marke Max Bahr zu einer der führenden Baumarktketten Deutschlands ist das Ziel unserer Anstrengungen", sagte Vorstandsvorsitzender Armin Burger laut Mitteilung.

In Deutschland setzte der Konzern 2012 rund 2,191 Milliarden Euro um, 4,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Dieser Rückgang, der im zweiten und dritten Quartal noch mehr als 5 Prozent betragen hatte, habe zum Jahresende gedämpft werden können, teilt das Unternehmen mit. Er betrug im letzten Quartal nur 1,4 Prozent. Auf vergleichbarer Fläche nahm der Umsatz im Gesamtjahr um 3,5 Prozent ab, im letzten Quartal blieb er gegen einen negativen Branchentrend stabil.

Kleineres Filialnetz

Das Filialnetz von Praktiker wurde 2012 um 38 Märkte verkleinert. Das Portfolio von Max Bahr wuchs dagegen um 27 Standorte. Dementsprechend haben sich im Jahresverlauf die Umsatzanteile der Vertriebslinien verschoben: Praktiker Deutschland setzte 1,409 Milliarden Euro und damit 6,5 Prozent weniger um, Max Bahr übertraf mit rund 700 Millionen Euro Umsatz den Vorjahreswert um 0,7 Prozent. Dabei sei zu berücksichtigen, dass die Umsatzausfälle der Umbaumärkte während der vierwöchigen Schließungsphase allein von Max Bahr zu verkraften waren, betont Praktiker.

International lief es wie bei Hornbach auch für Praktiker schlechter als auf dem Heimatmarkt. Der Umsatz sank auf 811,8 Millionen Euro und lag damit 9,2 Prozent unter Vorjahr. Besonders betroffen seien Griechenland, Polen und Ungarn gewesen, der Umsatzrückgang in wichtigen Ländern wie Griechenland und Rumänien hatte sich allerings abgeschwächt. Währungsbereinigt, also in lokaler Währung gerechnet, gab der Auslandsumsatz um 7,6 Prozent nach.

Umsatzrückgang erwartet

Die Investitionen machten laut Praktiker-Mitteilung 2012 im Konzern 87,7 Millionen Euro aus. Das waren zwar 17,1 Millionen Euro mehr als im Vorjahr, jedoch geht der Zuwachs allein auf nicht zahlungswirksame Positionen zurück, die aus veränderten Mietvertragsverhältnissen resultieren. Zahlungswirksam waren von den Investitionen 35,2 Millionen Euro, deutlich weniger als im Vorjahr (62,6 Millionen Euro).

Für das Gesamtjahr 2013 rechnet das Management mit einem Konzernumsatz, der aufgrund der absehbaren Veränderungen im Gesamtportfolio unter dem des Vorjahres liegt. Beim betrieblichen Ergebnis dürfte im laufenden Geschäftsjahr eine Verbesserung, aber noch kein positives EBITA erzielt werden, hieß es weiter.