Der Baumarktbetreiber Praktiker verzeichnete 2008 deutliche Umsatzrückgänge. Insbesondere das schwache Inlandsgeschäft verhagelt die Bilanz. Die Aktie gerät unter Druck.

Die Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte Holding AG hat nach den bisher vorliegenden, noch vorläufigen Zahlen im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Nettokonzernumsatz von 3,91 Milliarden Euro erzielt. Das entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahres um 1 Prozent (währungsbereinigt 0,6 Prozent).

Praktiker hat damit das selbstgesetzte Ziel, den Umsatz im Jahr 2008 um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz zu steigern, knapp verfehlt.

"Wir haben zwar nicht ganz den Umsatz erreichen können, den wir uns vorgenommen hatten. Aber in der schwierigen konjunkturellen Situation des Jahres 2008 sehen wir es schon als großen Erfolg an, das Rekordniveau des Vorjahres fast gehalten zu haben", sagte Vorstandsvorsitzender Wolfgang Werner.

20-Prozent-Aktionen halbiert

Die Umsatzentwicklung im Konzern war 2008 vom Deutschlandgeschäft geprägt, das mit 6,9 Prozent rückläufig war und 2,67 Milliarden Euro erreichte. Hier schlug sich vor allem nieder, dass die Zahl der 20-Prozent-Aktionstage der Marke Praktiker gegenüber dem Vorjahr nahezu halbiert worden ist.

Max Bahr verzichtete im zweiten Halbjahr ebenfalls auf eine Reihe von verkaufsfördernden Sonderaktionen. Weil das Hamburger Tochterunternehmen aber 2007 nur mit elf Monaten in den Konzernabschluss einbezogen war, konnte für das Jahr 2008 insgesamt eine leichte Umsatzsteigerung ausgewiesen werden. 

Im Ausland stieg der Umsatz 2008 um 14,6 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro. Allerdings führte der rapide Verfall der meisten osteuropäischen Währungen in den letzten Monaten des Jahres zu einer Abschwächung der in Euro gerechneten Umsätze.

Unter der Annahme unveränderter Wechselkurse hätte der Umsatzbeitrag des Segments "International" um 16,3 Prozent zugenommen. Gegenüber den ursprünglichen Planungen ergibt sich ein geringeres Wachstum auch aus dem Umstand, dass 2008 im Ausland 13 anstatt 15 bis 20 neue Märkte eröffnet wurden.

Flächenbereinigte Umsatzrückgänge

Bereinigt um die Veränderungen in der Verkaufsfläche ging der Konzernumsatz um 6 Prozent zurück. In Deutschland lag der Rückgang flächenbereinigt bei 8 Prozent, im Ausland stand am Ende des Jahres ein Minus von 0,5 Prozent, nachdem die ersten drei Quartale stets positiv abgeschlossen wurden. Bei unveränderten Wechselkursen wäre der Umsatz im Ausland flächenbereinigt allerdings um 0,6 Prozent gestiegen, im Konzern hätte das Minus 5,7 Prozent betragen.  

Am Ende des Jahres betrieb der Praktiker Konzern insgesamt 436 Märkte (Vorjahr 425), davon 336 in Deutschland (Vorjahr 337) und 100 im Ausland (Vorjahr 88).

Zweistelliges Minus in den ersten neun Monaten 2008


Die Umsatzentwicklung der Marke Praktiker in Deutschland hat sich in der Zeit von Oktober bis Dezember 2008 erkennbar stabilisiert. Nachdem in den ersten neun Monaten noch ein Rückgang um 12,0 Prozent zu verzeichnen war, schloss das vierte Quartal mit einem Minus von lediglich 0,7 Prozent.

Dass der Konzernumsatz in Deutschland dennoch um 3,9 Prozent hinter dem vergleichbaren Vorjahresquartal zurück blieb, ging darauf zurück, dass Max Bahr zur Ergebnisstabilisierung und in Vorbereitung auf das 130. Firmenjubiläum in 2009  viele verkaufsfördernde Sonderaktionen des Vorjahres nicht wiederholte und damit bewusst gewisse Umsatzeinbußen in Kauf nahm. Der Umsatz von Max Bahr lag daher um 10,4 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahresniveau.

Flächenbereinigt lag der Umsatz in Deutschland im vierten Quartal 2008 mit 3,2 Prozent im Minus. In Deutschland ist die Zahl der Märkte von 337 auf 336 zurück gegangen.        

Bulgarien, Polen und Rumänien mit stabiler Entwicklung

Im vierten Quartal konnte der Praktiker Konzern den Umsatz im Ausland weiter steigern: Die erzielten Umsatzerlöse von rund 303 Millionen Euro entsprechen einem Wachstum um 4,5 Prozent. In den Vorquartalen war das Wachstum stets zweistellig ausgefallen. Dies wäre bei unveränderten Wechselkursen auch im vierten Quartal mit 10,4 Prozent der Fall gewesen.

Flächenbereinigt ergab sich im internationalen Geschäft im vierten Quartal ein Minus von 7,8 Prozent in Euro gerechnet und von 3,4 Prozent in lokaler Währung. Damit war das vierte Quartal das wachstumsschwächste im gesamten Jahr. Vor allem Bulgarien, Polen und Rumänien (in lokaler Währung) zeigten aber weiterhin eine stabile Umsatzentwicklung.

Im Ausland wurden im vierten Quartal sechs neue Märkte eröffnet: jeweils zwei in Rumänien, in der Ukraine und in Ungarn. Allerdings ging kurz vor Jahresende auch ein Standort vorübergehend verloren: Der Markt in Zabrze (Polen) ist in der Nacht zum 26. Dezember durch ein Großfeuer zerstört worden.

Keine Angaben zum Ergebnis, Jahresabschluss Ende März

Aus den genannten Gründen konnte der Praktiker Konzern, anders als noch zu Beginn des Quartals erwartet, den Umsatz im vierten Quartal 2008 im Vergleich zum Vorjahr nicht steigern. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 893 Millionen Euro erlöst, das entspricht einem Rückgang gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal um 1,2 Prozent. Bei unveränderten Wechselkursen hingegen wäre der Umsatz um 0,5 Prozent gestiegen. Flächenbereinigt lag das Minus bei 4,6 Prozent, unter der Annahme konstanter Wechselkurse bei 3,3 Prozent.

Den endgültigen Jahresabschluss gibt der Praktiker-Konzern am 27. März 2009 bekannt. Die Aktie des im M-DAX notierten Unternehmens geriet nach Bekanntgabe der vorläufigen Zahlen am heutigen Donnerstag unter Druck und büßte bis zu 17 Prozent ihres Wertes ein.