Die Preise für Lebensmittel & Co. sind im 2. Quartal in Europa so wenig gestiegen wie noch nie. Die Händler hatten nur 0,8 Prozent mehr in den Kassen, meldet Nielsen.

Der Preisanstieg bei Verbrauchsgütern des täglichen Bedarfs, den sogenannten  FMCG-Produkten, "Fast Moving Consumer Goods" wie Lebensmitteln, Getränken, Hygieneartikeln, war europaweit so gering wie nie. Dies zeigen die aktuellen Zahlen des Marktforschungsunternehmens Nielsen.

Im zweiten Quartal 2016 stiegen die Preise für FMCG-Produkte in Europa demnach nur um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Abverkäufe stiegen in dieser Zeit um 0,1 Prozent. Dies ist der niedrigste Wert seit zwei Jahren. Daraus ergibt sich, dass Händler 0,8 Prozent mehr in den Kassen hatten – das geringste Wachstum seit Beginn der Messung im ersten Quartal 2008.

Das höchste Wachstum unter den 21 betrachteten Ländern konnte im zweiten Quartal erneut die Türkei mit einem Plus von 8,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreichen, gefolgt von Norwegen (+3,5 Prozent) und Schweden (+3,2 Prozent). Den größten Rückgang beim Wachstum verzeichneten dagegen Griechenland (-7,2 Prozent) und Finnland (-4,6 Prozent).

Betrachtet man die fünf großen westeuropäischen Märkte, so liegt Spanien mit einem Plus von 2,1 Prozent an der Spitze, gefolgt von Italien (+1,2 Prozent), Frankreich (+0,5 Prozent) und Deutschland (+0,3 Prozent). Großbritannien verzeichnet mit -1,6 Prozent einen Rückgang.

"Diese historisch-tiefen Werte haben zwei Gründe", erläutert Jean-Jacques Vandenheede, Director of Retail Insights Nielsen Europe. "Der erste Grund ist ein Saisoneffekt. Ostern ist nicht im zweiten Quartal enthalten. Der zweite und viel wichtigere Grund ist das sehr geringe Wachstum von Frankreich und Deutschland sowie der starke Einbruch in Großbritannien, der durch starken Preisdruck bei den Händler getrieben ist. Die schlechte Performance Europas wurde häufig Süd-Europa zur Last gelegt, momentan allerdings ist eher Nord-Europa das Sorgenkind."