Billige Brennstoffe und billiges Öl sei Dank: Die Großhandelspreise haben einen historischen Verfall erlebt, teilt das Statistische Bundesamt mit.

Die Preise im Großhandel sind im Januar so stark gesunken wie seit März 1987 nicht mehr. Die Verkaufspreise lagen um 5,9 Prozent unter dem Stand vom Januar 2008, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) heute in Wiesbaden bekannt gab.

Im Vergleich zum Dezember 2008 gab der Preisindex im Großhandel um 0,4 Prozent nach. Das war der sechste Rückgang im Vergleich zum Vormonat in Folge. Da die Großhandelspreise über den Handel häufig an die Verbraucher weitergegeben werden, gelten sie als Indikator für die Entwicklung der Inflation.

Preisstabilität

Die Lage an der Preisfront entspannt sich seit Monaten, vor allem aufgrund sinkender Energiepreise. Im Februar hatte die jährliche Teuerungsrate in Deutschland 1 Prozent betragen. Sie lag damit deutlich unter der Marke von 2 Prozent, bis zur der die Europäische Zentralbank (EZB) Preisstabilität gewahrt sieht.

Im Großhandel waren im Januar feste Brennstoffe und Mineralölerzeugnisse um 18,3 Prozent preiswerter als vor einem Jahr. Gegenüber dem Vormonat verbilligten sich diese Produkte um 0,7 Prozent.

Tabak und Futtermittel erheblich billiger

Erhebliche Preisrückgänge im Vergleich zum Vorjahr ermittelten die Statistiker im Januar in der Landwirtschaft und im Nahrungsmittelsektor. Gegenüber dem Dezember verteuerten sich diese Produkte allerdings saisonbedingt. Getreide, Rohtabak, Saaten und Futtermittel lagen um 41,8 Prozent unter dem Preisniveau von Januar 2008, verteuerten sich aber gegenüber Dezember 2008 um 1,5 Prozent.

Auch Datenverarbeitungsgeräte und Software kosteten auf Großhandelsebene 17,2 Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahresmonat und 2,6 Prozent weniger als im Dezember 2008.

Im Gesamtjahr 2008 war im deutschen Großhandel der stärkste Preisanstieg seit 26 Jahren registriert worden. Trotz der bereits zum Jahresende deutlich sinkenden Preise betrug die Teuerung im Jahresschnitt 5,4 Prozent.