Ethikdiskussion hin oder her - die Menschen kaufen weiterhin die billigen Textilien von Primark.  Die Debatte über Arbeitsbedingungen in Herstellerländern will das Unternehmen trotzdem ernst nehmen.

Die Debatte um Etiketten mit vermeintlichen Hilferufen von Textilarbeitern hat der Billig-Modekette Primark nach eigenen Angaben finanziell nicht geschadet. "Es hat uns keinen Umsatz gekostet, aber eine Diskussion befeuert, mit der wir uns in der Firma auseinandergesetzt haben", sagte Deutschland-Chef Wolfgang Krogmann den "Stuttgarter Nachrichten".

Der Filialist habe Konsequenzen aus dem Fall gezogen. "Wir haben es als Aufforderung verstanden, uns noch sorgfältiger mit diesen Dingen zu beschäftigen", sagte der Manager. Ein Teil davon sei ein Verhaltenskodex darüber, wie Lieferanten sich gegenüber Mitarbeitern zu verhalten haben. Hinzu kämen Leitlinien zu Arbeitszeiten, Pausen und Gebäudesicherheit.

Angebliche Hilferufe in den Kleidern eingenäht

Primark war im Sommer in die Kritik geraten, weil Kunden von angeblichen Hilferufen berichtet hatten, die in Kleidung eingenäht waren. Der Modehändler hatte damals von einem "Streich" gesprochen.

Das irische Unternehmen eröffnet in dieser Woche eine neue Filiale im neuen Stuttgarter Einkaufszentrum Milaneo (das Center wird am Donnerstag eröffnet), in Berlin kam kürzlich eine große Niederlassung am Alexanderplatz hinzu. Ab 2015 wird Primark auch im Einkaufszentrum Loop5 (nahe Darmstadt) 5.400 Quadratmeter Fläche betreiben.