Die insolvente Elektronik-Kette ProMarkt hat einen Plan: Das Unternehmen wird nicht zerschlagen, sondern schrumpft ein bisschen.

ProMarkt wird mit 15 Filialen fortgeführt. Die Gläubiger hätten einem entsprechenden Rettungsplan zugestimmt, sagte Insolvenzverwalter Rolf Rattunde. Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg habe den Insolvenzplan bestätigt.

Bereits am Montag hatten die Gläubigerversammlung dem Plan für die Kette der Berliner Unternehmer Michael und Matthias Wegert zugestimmt. Demnach werden fünf der 25  Filialen geschlossen. Weitere fünf übernimmt ElektronikPartner in Düsseldorf. Insgesamt sollen 361 Arbeitsplätze erhalten bleiben.

4,5 Millionen für die Gläubiger

Die Gläubiger - darunter Mitarbeiter, deren Löhne nicht gezahlt wurden, Vermieter, Krankenkassen und der Pensionsverein - sollen 4,5 Millionen Euro erhalten. Die Wegerts wurden zudem verpflichtet, zwei Millionen Euro in eine Kapitalerhöhung fließen zu lassen.

Das neue Konzept sieht vor, die Belieferungsmöglichkeiten des Internets mit der Beratung und dem Service des Filialnetzes zu verknüpfen. Kunden sollen am PC zuhause oder an Rechnern im Laden Waren bestellen können, damit weniger Produkte auf Lager gehalten werden müssen.

Neue Investoren

Neuer Partner von ProMarkt ist die Investorengruppe Gordon Brothers International. Sie soll die Finanzierung sicher stellen und jene Ausfallhaftung übernehmen, auf die Lieferanten bestehen, bevor sie die Märkte mit Ware versorgen.

EP als Franchisegeber hatte diese Haftung im Februar überraschend gekündigt - ProMarkt stand damals ohne Ware da und geriet so in finanzielle Nöte. Die ProMarkt-Kette, die Franchisenehmer der Düsseldorfer MediMax ist, hatte deshalb Insolvenz wegen drohender Zahlungsunfähigkeit angemeldet.

Potentielle Gläubiger haben Forderungen von insgesamt 37 Millionen Euro geltend gemacht. Derzeit wird geprüft, ob diese berechtigt sind.

Die Brüder Wegert wurden in Berlin mit dem Fachgeschäft Radio Foto Wegert bekannt geworden. Vor MediMax betrieben sie die MakroMärkte und ProMärkte.