Eine der wichtigsten Seiten eines Online-Shops ist die Produktdetailseite. Hier wird die Entscheidung für oder gegen einen Artikel getroffen. Die Optimierung dieser Seiten ist daher ein wichtiger Schlüssel, um mehr Produkte in den Warenkorb und folglich mehr Umsatz zu generieren. Wo und wie vorrangig optimiert werden sollte, hat eResult in einer Grundlagenstudie beleuchtet und mittels einer KANO-Analyse bewertet. Anja Weitemeyer, Senior UX-Consultant & Managing Partner bei eResult, stellt in einem zweiteiligen Beitrag die wichtigsten Erkenntnisse vor.

Wenn es um die Optimierung von Produktdetailseiten geht, stehen Händler schnell  wieder vor den üblichen Hürden: Begrenzte Ressourcen, Zeitdruck oder ein knappes Budget.

Somit stellen sich automatisch die folgenden Fragen:

  • Welcher Bereich oder welche Funktion soll als Erstes bearbeitet werden?
  • Was ist meinen Kunden überhaupt wichtig?
  • Was hilft insbesondere meiner Zielgruppe weiter? Wie kann ich meine Kunden begeistern?
  • Wo gibt es ggf. noch Quick Wins, also einfach umzusetzende Maßnahmen mit großem Effekt?

Um diese Fragen zu beantworten hat eResult in einer Grundlagenstudie die verschiedenen Bereiche und Features einer Produktdetailseite beleuchtet (ausgeklammert blieben Grundelemente wie Bild & Beschreibung) und mittels einer KANO-Analyse bewertet. Für diese Analyse wurden 1000 Nutzer, repräsentativ für die deutsche Internetbevölkerung befragt. Ergebnis ist eine Einteilung in die verschiedenen Faktoren wie Basis, Leistung, Begeisterung. Diesem liegt ein unterschiedliches Verständnis des Zufriedenheitsbegriffs zugrunde:

  • Sind selbstverständliche Basisfaktoren nicht erfüllt, ist der Nutzer unzufrieden. Das Vorhandensein kann aber die Zufriedenheit nicht steigern. Der Nutzer ist nur „nicht unzufrieden.“
  • Leistungsfaktoren wird ein linearer Zusammenhang zur Zufriedenheit unterstellt: Je besser umgesetzt, desto zufriedener ist der Nutzer.
  • Fehlende Begeisterungsfaktoren führen nicht zu Unzufriedenheit, aber werden diese angeboten kann die Zufriedenheit exponentiell steigen, der Nutzer ist begeistert!

Unterschiedliches Zufriedenheitsverständnis nach dem KANO-Modell
Unterschiedliches Zufriedenheitsverständnis nach dem KANO-Modell


Oberstes Ziel sollte also sein, Unzufriedenheit zu vermeiden – Basisfaktoren müssen also angeboten werden. Punkt! Daran geht kein Weg vorbei. Leistungsfaktoren sollten möglichst gut umgesetzt werden – um hier gegenüber der Konkurrenz aufzutrumpfen, der Kunde ist zufriedener als nebenan. Wenn nun noch Budget und Muße da ist, sollten ausgewählte Begeisterungsfaktoren angegangen werden – um den Nutzer zum Fan zu machen.

Die Darstellung in Form eines 4-Quadranten-Schemas erlaubt die Einordnung aller Elemente in ein Schaubild. Die Priorisierung ist so noch einmal besser erkennbar, an welcher Stelle zuerst Ressourcen eingesetzt werden müssen (unten rechts), bevor Sie sich weiteren Aufgaben oder Features widmen (oben links).

Einordnung der Faktoren in einer Roadmap
Einordnung der Faktoren in einer Roadmap


Soweit zum Modell und der Theorie. Im morgigen Beitrag gehe ich auf konkrete Ergebnisse der Studie ein und zeige die Einordnung ausgewählter Elemente anhand der KANO-Analyse.


Über die Autorin

Anja Weitemeyer (Senior UX-Consultant & Managing Partner bei eResult) berät seit 2006 Kunden aus verschiedenen Branchen bei der Optimierung von Websites, Intranets sowie interaktiven Anwendungen aller Art. Ihr ist wichtig, den Nutzer bzw. die Zielgruppe frühzeitig in die Entwicklungsprozesse einzubeziehen, daher gehören Methoden wie Anforderungsanalysen per Online-Befragungen, Fokusgruppen-Diskussionen und UX-Tests zu ihren täglichen Aufgaben. Als studierte BWLerin gehört insbesondere der E-Commerce zu ihren Interessen, für eResult betreut sie Kunden wie baur.de, peterhahn.de, mydays.de aber auch den ADAC, Endress+Hauser und Opel. Darüber hinaus schreibt sie regelmäßig Beiträge für usabilityblog.de und twittert unter eResult_AW.