Sein Glauben hat einen Mitarbeiter des Versenders QVC den Job gekostet: Der Mann hat seine tiefe Religiösität während der Arbeit zu heftig ausgelebt und wurde entlassen. Ein Gericht bestätigte heute die Kündigung.

Für einen Kunden des Versenders QVC muss es ein komisches Gefühl gewesen sein, nach seinem Einkauf per Telefon mit diesen Worten verabschiedet zu werden: "Jesus hat Sie lieb, vielen Dank für Ihren Einkauf bei QVC und einen schönen Tag." Gewiss, der Gruß war nett gemeint, dürfte aber bei manchen Kunden befremdlich gewirkt haben.

Es war immer derselbe Mitarbeiter, der diese Grußworte sprach, bei jedem Telefonat. Der Mann ist tief religiös, und darauf berief er sich auch, als QVC die Schlussformel mehrfach monierte. Ohne Ergebnis. Seine Liebe zu Jesus wog stärker als der Tadel vom Arbeitgeber.

Zwar soll es keine Beschwerden von Kunden gegeben haben - trotzdem wurde es QVC irgendwann zu bunt. Dem 29 Jahre alten Mann wurde Anfang 2010 fristlos gekündigt.

Früheres Urteil aufgehoben

Das Landesarbeitsgericht Hamm bestätigte nun die Kündigung und hob damit das Urteil des Arbeitsgerichts Bochum aus dem vorigen Jahr auf, gegen das QVC Berufung eingelegt hatte.

Die Bochumer Richter hatten damals gesagt, dass unternehmerische Freiheit hinter die Glaubens- und Bekenntnisfreiheit des Klägers zurückzutreten habe.

Der Mitarbeiter hatte betont, dass er versucht habe, sowohl seine religiösen Verpflichtungen, als auch seine arbeitsvertraglichen Verpflichtungen nachzukommen. Jetzt ist er arbeitslos.