Ab Sonntag wird Quelle verramscht. Auch die Shops sollen sich beteiligen. Doch nach Informationen von derhandel.de hängen deren Betreiber in punkto Information  völlig in der Luft.

Nach dem Aus für Quelle soll an diesem Sonntag (1. November) der angekündigte Ausverkauf beginnen. Insgesamt sollen dabei 18 Millionen Artikel per Internet und in den Quelle Technik Centern an den Mann gebracht werden, kündigte der beauftragte des Insolvenzverwalters für den Versandhandel, Jörg Nerlich, am Freitag an.

Preisabschläge bewegten sich zwischen zehn und dreißig Prozent. Artikel würden aber nur noch gegen Rechnung geliefert. Ratenzahlung, mit der Quelle bisher sechzig bis siebzig Prozent seines Geschäfts gemacht habe, sei nicht mehr möglich, betonte Nerlich in einer Mitteilung. Das Warenangebot entspreche etwa der Ladung von 25.000 Paletten oder von 1.000 Lastwagen.

Ausverkauf startet am frühen Morgen

Am Sonntag werde ab 6 Uhr die mit neuen Preisen überarbeitete Internetseite quelle.de frei freigeschaltet. Auf Damen-, Herren-, Kinder-Mode, Wäsche, Schmuck, Sport und Schuhe gebe es einen Rabatt von dreißig Prozent. Möbel und Heimtextilien gebe es zwanzig Prozent billiger.

Die Preise für Technik-Ware lägen um zehn Prozent unter dem bisherigen Katalogpreise. Alle Ware gebe es solange der Vorrat reicht, erklärt Nerlich. Mit dem Verkauf soll die Insolvenzmasse aufgebessert werden.

Shops ohne Informationen

Anders als zunächst geplant sind in die "Deutschlands größten Ausverkauf" auch die Quelle-Shops eingebunden. derhandel.de hat aber Erkenntnisse, dass einige dieser Shops bis heute Nachmittag noch keinerlei Informationen die Gestaltung des Ausverkaufs haben.

So besaß beispielsweise der Händlerin Beate Kohlemeyer aus Wietzendorf in der Lüneburger Heide heute vormittag immer noch keine Instruktionen, mit welcher Preisgestaltung sie den Ausverkauf durchführen soll.

"Seien Sie gespannt"

Gleiches gilt für ihre Kollegin Sigrid Jacobus in Winsen an der Aller. "Seien Sie gespannt", habe ihr das Versandhaus lediglich heute per E-Mail mitgeteilt. Morgen, Samstag, sollen angeblich Informationen über die Preise folgen.

Händlerin Jacobus hat nach eigenen Angaben einen Bestand von Quelle-Waren im Wert von 16.000 Euro. "Das werde ich nie alles los bekommen", sagte sie zu derhandel.de Was dann mit der übrigen auf Kommission bezogenen Ware dann geschehen soll, wisse sie auch nicht. Das betreffe übrigens auch defekte Ware, die Kunden zurückgegeben haben.
 
Derzeit hänge die norddeutsche Shop-Betreiberin "völlig in der Luft". Ihre bisherige Mitarbeiterin habe sie in dieser Woche gekündigt. Weil alle Quelle-Shop-Betreiber seit der Insolvenz des Fürther Versandhändlers vertragslos sind, hat sich Sigrid Jacobus einem neuen Versender angeschlossen: Neckermann.