Der Betriebsrat von Quelle kritisiert den Verlauf des Ausverkaufs im Internet. Die Plattform quelle.de sei zu früh eingestellt worden. Zudem seien die Marketing-Maßnahmen nicht ausreichend gewesen.

"Der Abverkauf ist nicht professionell gelaufen", sagte der Betriebsratsvorsitzende von Quelle Ernst Sindel am Mittwoch in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Das sei auch daran zu erkennen, dass noch immer Millionen Artikel vorhanden seien.

"Dass quelle.de eingestellt wurde, war für uns schon eine Überraschung", sagte Sindel. Schließlich sei die Plattform vom Insolvenzverwalter zum Hauptinstrument der Ausverkaufs-Aktion erklärt worden.

Am Montag war nach nur vier Wochen der Warenausverkauf des insolventen Versandhändlers im Internet eingestellt worden.
 

Angebote "nicht günstig genug"

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende kritisierte weiter, dass ohne ausreichende Marketingmaßnahmen gearbeitet worden sei. "Es ist nicht damit getan, eine kurze Radiokampagne zu schalten", sagte Sindel über die Ausverkaufsaktion, die tagelang alle Medien beschäftigte.

Zudem seien die im Internet angebotenen Artikel bei weitem nicht günstig genug gewesen. "Je näher ich an das Ende des Abverkaufs komme, desto mehr muss ich die Rabatte erhöhen." Beim einfachen Vergleichen im Internet hätten die Kunden ihr favorisiertes Produkt oft woanders billiger bekommen.

Zu wenig Personal, schlechte Organisation

Bei dem derzeit noch laufenden Ausverkauf über die Quelle-Technik- Center und das Einkaufszentrum in Nürnberg stehe generell zu wenig Personal zur Verfügung, sagte Sindel. Auch die Verteilung der Waren sei nicht optimal: Einige Geschäfte hätten beispielsweise tausende Paar Schuhe gehabt, die in anderen Läden dann gefehlt hätten.

Die Kritik an dem Ausverkauf allein an die Insolvenzverwaltung zu richten, sei allerdings nicht richtig, betonte Sindel. Es habe auch Einflüsse von außen gegeben, die den Ausverkauf zusätzlich belastet hätten.

So sei es bei der Warenauslieferung zu Schwierigkeiten gekommen, da einige Hersteller ihre Artikel nicht aus der Hand geben wollten (Eigentumsvorbehalt). Sie fürchteten um ihr Geld und wollten nicht zu Gläubigern werden. Oftmals hätten die Kunden etwa bei Garantiefragen nicht gewusst, woran sie seien.

dpa, DH