Der Einfluss der Quelle-Erben bei Arcandor hat sich nach massiven Aktienverkäufen verringert. Der sogenannte Schickedanz-Pool wurde aufgelöst, die Familie hat keine Sperrminorität mehr.

Die Quelle-Erben sind nach dem Verkauf von 6,5 Millionen Aktien künftig nur noch mit 21,53 Prozent an dem Handelskonzern Arcandor beteiligt. Bisher hatten sie über einen sogenannten Pool 26,74 Prozent an Arcandor gehalten, wie ein Konzernsprecher am Donnerstag mitteilte.

Am Anteil der Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz ändere sich allerdings nichts. Dieser liege weiterhin bei 21,53 Prozent. Vielmehr habe Schickedanz' Neffe Martin Dedi sich von der Hälfte seines bei bisher bei 5,21 Prozent liegenden Arcandor-Anteils getrennt. Sein Anteil liege nun noch bei 2,57 Prozent.

Pool wurde aufgelöst

Zugleich sei der Pool der drei Quelle-Familienmitglieder aufgelöst worden. Neben Martin Dedi und Madeleine Schickedanz besitze ihr Mann Leo Herl einen Anteil von 0,001 Prozent.

Mit dem Aktienverkauf unterschreite der bisherige Schickedanz-Pool die Sperrminorität, womit sich theoretisch sein Einfluss auf Entscheidungen bei der Hauptversammlung verringere, sagte ein Arcandor-Sprecher.

Da aber zu Hauptversammlungen nie alle Aktionäre erschienen, kämen die Quelle-Erben faktisch auf rund 30 Prozent, womit sie weiterhin Einfluss auf wichtige Unternehmensentscheidungen hätten. Die Gründe für die Auflösung des Pools seien Arcandor nicht bekannt.