Nach der Kritik an Klaus Hubert Görg spricht sogar der Quelle-Insolvenzverwalter von eigenen Fehleinschätzungen. Aber auch von "ernsthaften Bietern" für den Versender.

Klaus Huberg Görg räumte Fehleinschätzungen beim Quelle-Insolvenzverfahren ein. "Wenn man ein Gut für verkäuflich hält, das aber misslingt, ist das klar eine Fehleinschätzung", sagte er der "FAZ". "Ich habe Erwartungen gehegt, die ich nicht erfüllen konnte."

Er habe sich bei den Mitarbeitern in Nürnberg entschuldigt, "obwohl ich keine Schuld empfinde", sagte der Insolvenzverwalter. "Dass Quelle abgewickelt wird, hat mich persönlich sehr enttäuscht und ist meine bislang schwierigste Erfahrung gewesen."

Die Reihen der Kritiker von Görg hatte heute der Verdi-Sekretär Johann Rösch ergänzt. Der Gewerkschafter sagte: "Ich habe Zweifel, wie ernst das gemeint war, Primondo als Ganzes zu verkaufen." Primondo ist die Dachmarke aller Versandaktivitäten des insolventen Arcandor-Konzerns.

"Keine lange Hängepartie"

Nach dem Aus für des Unternehmens will Görg die lukrativen Teile des insolventen Versandhauses möglichst schnell verkaufen. "Eine lange Hängepartie können wir uns nicht leisten", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ"/Montag).

Sein Sprecher Thomas Schulz sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa, noch in dieser Woche sollten Gespräche mit rund einem Dutzend Interessenten beginnen. Als lukrativ gelten vor allem das Quelle-Auslandsgeschäft, der Einkaufs-TV-Sender HSE24 und der Technische Kundendienst Profectis.

Ziel: Viele Jobs retten

Görg sagte der "FAZ" weiter, es brächten sich nun Interessenten aus dem In- und Ausland ins Spiel, "die teilweise auch auf Schnäppchen hoffen": "Wir sprechen mit ernsthaft interessierten Bietern, die ihr Konzept auch finanzieren können."

Mehrere Investoren interessierten sich für die Quelle-Auslandsgesellschaften in Osteuropa, Österreich und der Schweiz. Drei potenzielle Bieter hätten schon Zugang zu den Daten. Er wolle versuchen, möglichst viele Arbeitsplätze zu retten.