Guter Willen, guter Weg und eine Einigung: Die Verhandlungspartner um eine Transfergesellschaft für Quelle demonstrieren Geschlossenheit. Fraglich ist nur, wie dieses Projekt finanziert werden soll.

Im Ringen um eine Transfergesellschaft für die von Arbeitslosigkeit bedrohten Mitarbeiter des insolventen Versandhändlers Quelle gibt es Annäherungen. "Diese Möglichkeit wollen wir ernsthaft angehen, und dann werden wir sehen, ob wir die Enden zusammenbringen", sagte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) nach einem Gespräch mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter sowie der Quelle-Geschäftsführung und dem Betriebsrat am Freitag in Fürth.

Eine Einigung zur Gründung und Finanzierung einer solchen Gesellschaft gebe es jedoch noch nicht. "Wir sind auf einem guten Weg", sagte Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg.

"Locker 120 Millionen Euro im Monat"

Knackpunkt der Verhandlungen ist die Finanzierung der möglichen Transfergesellschaft, an der sich auch das Unternehmen beteiligen müsste. Allein für die rund 1.600 betroffenen Quelle-Mitarbeiter im Großraum Nürnberg "sind Sie locker bei 20 Millionen Euro im Monat", schilderte der Chef der bayerischen Arbeitsagenturen, Rainer Bomba. "Wir sind uns zumindest heute darüber einig geworden, dass wir daran (an einer Transfergesellschaft) arbeiten."

Das Gespräch habe "auf allen Seiten mit gutem Willen" stattgefunden, sagte Seehofer. Weitere Details nannte er unter Verweis auf die laufenden Verhandlungen nicht. In der kommenden Woche soll es ein weiteres Treffen der beteiligten Parteien geben.

3.700 Jobs fallen weg

Mit dem Handels- und Touristikkonzern Arcandor hatte auch die Versandhandelssparte Primondo mit Quelle als Flaggschiff Insolvenz angemeldet Görg will, dass das Insolvenzverfahren für Arcandor am 1. September beginnt.

Der Insolvenzverwalter kündigte vor gut einer Woche einen drastischen Stellenabbau an: Bei Primondo sollen rund 3.700 der 10.500 Stellen gestrichen werden. Die bayerische Staatsregierung will den Versandhändler als Ganzes erhalten.