Der ROPO-Effekt ist eine der großen Hoffnungen des stationären Handels. Online informieren, offline kaufen (Research Online, Purchase Offline) ist tatsächlich auch Alltag für die Kunden. Showrooming aber ebenso. Und so könnte sich die Hoffnung schnell wieder verflüchtigen, wenn Kunden zwar die Produkte erst online recherchieren, die Ware dann tatsächlich im Geschäft ausprobieren, um schließlich doch via Smartphone noch im Laden den Artikel nach Hause zu bestellen. Diese Krux im Kundenverhalten macht eine aktuelle Studie deutllich.
Fest steht: Die meisten Konsumenten (87 Prozent) informieren sich vor dem Einkaufsbummel zuerst online über Produkte. Rund ein Drittel kauft regelmäßig im ROPO-Stil ein. Doch 65 Prozent der Verbraucher probieren Waren zwar direkt im Geschäft aus, kaufen diese dann aber im Webshop ein. Jeder zehnte Verbraucher betreibt solches Showrooming alltäglich.

Ja, Haptik ist immer noch gefragt. Der Wunsch, ein Produkt "auszuprobieren" führt bei 60 Prozent der Verbraucher zu einem Besuch in den Geschäften und Fachmärkten. Vor allem Haushaltswaren, Technik und Mode profitieren vom physischen Produkttest. Männer wollen dabei vor allem Lebensmittel und Technik-Produkte anfassen, Frauen wollen Haushaltsartikel, Mode sowie Gesundheits- und Kosmetikprodukte "fühlen". 
Weiterer Vorteil des Ladengeschäfts: Kunden wollen das jeweilige Produkt sofort mitzunehmen (48 Prozent), 42 Prozent wollen Rabatte oder Sonderangebote aushandeln. Nur ein Viertel der Befragten (26 Prozent) möchte Gutscheine einlösen.
 


Dies geht aus der Studie „Connected Commerce 2015“ über das Kaufverhalten der Deutschen hervor, für die das Marktforschungsinstitut IFOP im Auftrag der globalen Marketing- und Technologieagentur DigitasLBi über 1.000 deutsche Verbraucher befragt hat.




Mobile hat dabei einen gewaltigen Einfluss: Tablets (47 Prozent) und Smartphones (43 Prozent) spielen eine entscheidende Rolle, bevor sich Kunden im Geschäft für ein Produkt entscheiden oder dieses noch vor dem Gang zur Kasse direkt im Internet bestellen. Ihr Einfluss auf das Kaufverhalten liegt damit nicht weit hinter Laptops (63 Prozent) und Desktop-PCs (59 Prozent).

Auffällig ist indes das sowohl ROPO-Effekte als auch Showrooming und damit auch der Einfluss aller digitalen Endgeräte auf den Kaufprozess am POS leicht rückläufig sind. Vielleicht waren die Kunden 2014 schlicht experimentierfreudiger - oder sie sind dann doch komplett ins Web abgewandert.