Der japanische E-Commerce-Gigant Rakuten schnappt sich die amerikanische E-Book-Plattform OverDrive für 410 Millionen Dollar. Damit macht sich Rakuten für die weitere Eroberung des E-Book-Markts fit - nicht nur in Japan, sondern auch in den USA.

 

 

Das E-Book-Segment ist nämlich nicht wirklich neu für Rakuten, mit 11.000 Mitarbeitern eines der größten börsennotierten E-Commerce-Unternehmen der Welt. Vor rund vier Jahren haben die Japaner Kobo, den Hersteller der auch in Deutschland bekannten E-Book-Reader, übernommen. Kobo liegt allerdings im globalen E-Reading-Geschäft auf Platz zwei - direkt hinter Amazon. Aber auch hierzulande ist die E-Reader-Tochter der Rakuten präsent. Die Reader sind allerdings - anders als etwa Tolino - nicht im Buchhandel zu bekommen, sondern in Elektronikmärkten, allen voran bei Media Saturn. Der Marktanteil in Deutschland liegt bei 15 bis 20 Prozent.

OverDrive greift Kobo unter die Arme

Mit der US-Plattform OverDrive bekommt Rakuten jetzt mehr Gewicht im Markt. OverDrive ist zwar in Deutschland kein großer Name, aber dafür in den USA. Über 2,5 Millionen Titel hat die Plattform für E-Books und Hörbücher im Repertoire, außerdem über 5.000 Publisher. Das ist ausreichend Stoff für die E-Reader von Kobo. Und auch die Beziehungen zu Bibliotheken, Schulen und mehr Stellen dürfte Rakuten gefallen.

Rakuten-Deutschlandchef Christian Macht
Rakuten-Deutschlandchef Christian Macht
Eine der bekanntesten eingekauften Startups des japanischen E-Commerce-Riesen ist die Chat- und VoIP-App Viber. Im letzten Jahr hat Rakuten die App für 900 Millionen Dollar übernommen. Aber auch in Deutschland ist das Unternehmen mit seinem Marktplatz aktiv. Der durchbrechende Erfolg ist zwar noch nicht gelungen, aber Rakuten will "eine Schippe drauf legen", wie Deutschland-Chef Dr. Christian Macht neulich im Interview betont hat.