Die Tabaksteuer steigt, Zigaretten werden teurer. Verbraucher, Händler und Hersteller haben sich mit alten Vorräten eingedeckt. Größere Auswirkungen auf den Markt werden aber nicht erwartet.

Wegen der Erhöhung der Zigarettenpreise haben viele Raucher in den vergangenen Wochen Glimmstängel gehamstert. "Es gibt preissensible Konsumenten, die sich im Handel zu alten Preisen bevorratet haben", sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands des Tabakwaren-Einzelhandels, Willy Fischel, der Nachrichtenagentur dpa.

Die Tabaksteuererhöhung tritt heute, am 1. Mai, in Kraft. Deshalb steigt zum Beispiel der Preis für eine Schachtel Zigaretten um durchschnittlich 20 Cent.

Fischel erwartet, dass einige Raucher als Folge auf günstigere Produkte umsteigen werden, etwa von Zigaretten auf Feinschnitt zum Selberdrehen. "In Summe rechnet der Handel aber nicht mit gravierenden Marktveränderungen."

Anhebung in fünf Stufen

Die jetzige Steuererhöhung ist die erste einer fünfstufigen Anhebung, die die Bundesregierung beschlossen hat. Bis 2015 soll die Tabaksteuer jährlich um 4 bis 8 Cent je Zigarettenpackung steigen, für eine 40-Gramm-Feinschnittpackung um 12 bis 14 Cent.

Natürlich seien die Tabakhändler von der Erhöhung der Steuer nicht begeistert, sagte Fischel. "Aber wenn das schon sein muss, dann besser in kleinen Schritten, so wie es jetzt geplant ist." In der Vergangenheit dagegen sei die Tabaksteuer meist auf einen Schlag drastisch erhöht worden.

Preisaufteilung einer Zigarette ab dem 1. Mai. Quelle: DZV
Preisaufteilung einer Zigarette ab dem 1. Mai. Quelle: DZV
Die Hersteller sehen das ähnlich. Marianne Tritz, Geschäftsführerin des Deutschen von Zigarettenverbandes (DZV), sagte: "Grundsätzlich sehen wir Tabaksteuererhöhungen kritisch. Da die Anhebung aber moderat ausfällt und in kleinen Schritten erfolgt, gehen wir davon aus, dass es keine gravierenden Änderungen beim Absatz geben wird".

18,7 Prozent mehr Umsatz

Im Hinblick auf mögliche Hamsterkäufe von Verbrauchern hatten sich nach Erkenntnissen des Statistischen Bundesamtes auch Hersteller und Händler Vorräte angelegt. Nach Angaben von Fischel konnten die Hersteller bis zum 20. März alte Steuerzeichen vom Staat beziehen, die neuen seien seit dem 1. März erhältlich.

Dem Statistischen Bundesamt zufolge wurden von Januar bis März in Deutschland 17,5 Prozent mehr Zigaretten versteuert als im Vorjahreszeitraum, der Feinschnitt-Absatz nahm um rund ein Viertel zu.

Auch die Menge der versteuerten Zigarren und Zigarillos stieg um knapp zehn Prozent. Insgesamt erhöhte sich der Tabakwaren-Umsatz um 18,7 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro.

dpa, DH