Für Karsten Schmidt soll ein Spielwarenladen ein Märchenland sein. Doch so etwas vermisst der Chef des Spieleherstellers Ravensburger in Deutschland. Eigene Läden könnten die Antwort darauf sein.

Der Chef des Spieleherstellers Ravensburger hält die Präsentation von Spielwaren im deutschen Handel für unzureichend und denkt über einen eigenen Laden nach. "Wenn Sie in der Vorweihnachtszeit in eine Spielwarenhandlung gehen, gibt es da meist zu wenig Personal, das Sie berät und Ihnen etwas erklärt", sagte Karsten Schmidt der "Stuttgarter Zeitung".

Ravensburger habe viele erklärungsbedürftige Produkte. "Unsere Spiele müssen aufgestellt und vorgeführt werden", forderte Schmidt im Interview weiter. "Wenn ich dagegen in der Adventszeit in New York in das Spielwarenkaufhaus FAO Schwarz gehe, ist das ein Erlebnis: Überall werden Produkte inszeniert, überall wird gespielt und werden die Kunden einbezogen. Das ist im Grunde ein Märchenland; da kannst du gar nicht rausgehen, ohne irgendwas gekauft zu haben. "

Multichannel-Konzept für eigene Läden

Die Eröffnung eigener Läden wie bei den Konkurrenten Lego und Playmobil werde daher bei Ravensburger diskutiert. Schmidt schwebt demnach ein Konzept vor, das sowohl Vorteile gegenüber dem stationären als auch dem Onlinehandel haben soll. Multichannel, also. Details wurden jedoch nicht genannt.

Laut Schmidt werden im Fachhandel 40 Prozent der Spielwaren verkauft. "Es gibt zwar einen Rückgang bei den kleinen Läden, aber größere Filialketten wie zum Beispiel der Drogeriemarkt Müller fangen diese Einbußen auf", sagte der Ravensburger-Chef, der den Onlineanteil beim Spielwarenverkauf auf 25 Prozent schätzt. Tendenz steigend.

Mit Sorge betrachtet Schmidt den Überlebenskampf des Warenhauskonzerns Karstadt. "Warenhäuser machen einen wichtigen Teil unseres Umsatzes aus. Wichtiger als dieser Anteil ist allerdings die Marketingfunktion der Kaufhäuser. Wo erleben Sie denn in den großen Fußgängerzonen noch Spielwaren, wenn nicht in den Warenhäusern?"