Re-Commerce-Plattformen, die gebrauchte Geräte ankaufen, wieder aufbereiten und weiterverkaufen, boomen seit Jahren. Ein Ende des Trends ist nicht abzusehen. 


Ob Momox für Bücher, Medien und Videospiele, Rebuy für PC-Spiele, und Asgoodasnew und Flip4New für Elektronik - die Systeme, die dem Kunden alle Mühe aus der Hand nehmen, ähneln sich. Der Verkäufer gibt auf der Website den Artikelnamen oder eine ISBN-Nummer ein, bekommt dann von der Plattform einen Ankaufspreis genannt.  Wird der akzeptiert, muss die Ware nur noch per Post abgeschickt werden.

eBay, das in Sachen Elektronik-Einkauf bereits 2011 eine Kooperation mit Flip4New einging, bündelt die Angebote gewerblicher Händler an B-Ware sowie gebrauchte Waren auch über das B-Ware Center.  Im B-Ware-Center werden die Angebote von Profis, sortiert nach unterschiedlichen Artikelzuständen, mit verschiedenen Preisklassen präsentiert. Auch Marken haben die Gelegenheit, B-Ware hier zu vermarkten.
 

Warum Profis? Weil gerade gebrauchte Ware von Privat im Technik-Bereich häufig  auch mit Skepsis gesehen wird. Deshalb müht sich eBay hier auch um Transparenz, erklärt in einem Info-Center beispielsweise per Video, was mit B-Ware gemeint ist, was „generalüberholt“ bedeutet (professionelle Funktionstests, Datenlöschung, hygienische Reinigung, Kratzerbeseitigung etc.) und erlaubt einen Blick in eine Re-Commerce-Werkstatt.

Weil Kunden auch bei solchen Angeboten nach unterschiedlichen Artikelzuständen, in unterschiedlichen Preislagen verlangen, gibt es auch hier eine Wow-Sektion, gibt es Kampagnen und Promotions samt SEO-Unterstützung.

Flip4 bei ebay
Flip4 bei ebay

 Michael Sauer, Gründer und Geschäftsführer von Flip4New
Michael Sauer, Gründer und Geschäftsführer von Flip4New
So tritt denn auch die Plattform Flip4New, nach eigenen Angaben Deutschlands führender Re-Commerce Anbieter, nicht nur als exklusiver eBay-Partner im Elektronik-Ankauf an, sondern nutzt mit der Marke Flip4Shop einen eigenen Shop bei eBay als Hauptvertriebskanal beim Verkauf und bietet dort eine der größten Angebotspaletten von gebrauchten Apple-Geräten vom iPhone bis zum MacPro, aber auch Playstations oder Kameras an.

Re-Commerce profitiert dabei erheblich vom Trend zu immer kürzeren Produktzyklen bei Technik und dem Interesse vieler Kunden, mit dem Verkauf der gebrauchten Geräte die Neuanschaffung zu finanzieren. Auf der anderen Seite gibt es reichlich Kunden, die nicht zwingend das allerneueste Modell besitzen wollen oder es sich nicht leisten können. Der Markt für gebrauchte oder auch generalüberholte Artikel dürfte also weiter wachsen. „Die Nachfrage an Re-Commerce-Angeboten steigt“, sagt Michael Sauer, Gründer und Geschäftsführer von Flip4New. Das freut auch die Umwelt, weil die Geräte insgesamt viel länger genutzt werden.

Das wachsende Interesse ist zum Vorteil des Handels und der Hersteller. Denn das ElektroG2-Gesetz verpflichtet Hersteller und größere Händler von Elektro – und Elektronikgeräten, mehr Verantwortung für den gesamten Lebenszyklus ihrer Produkte zu übernehmen.