Bei der Gewerkschaft Verdi macht bereits das Wort "Kahlschlag" die Runde. Denn die SB-Warenhauskette Real will ihre maue Bilanz durch Personalreduzierungen verbessern.

Die Metro-Tochter Real plant für ihre 300 deutschen SB-Warenhäuser ein Umstrukturierungsprogramm, dem rund 750 Arbeitsplätze zum Opfer fallen sollen. Dies berichtet die "Lebensmittelzeitung". Demnach sollen die Stellenstreichungen in diesem und dem kommenden Jahr erfolgen. Betroffen sind vornehmlich Arbeitsplätze im Wareneingang der Real-Märkte.

Erst im Frühjahr hatte der Handelsriese bekannt gegeben, sich von rund 15 Häusern trennen zu wollen. Mehr Lieferungen an die Zentralläger und damit weniger sogenannte Rampenkontakte sollen die Effizienz steigern, so ein Real-Sprecher. Die verbliebenen Aufgaben in der Warenannahme der einzelnen Häuser soll das dortige Verkaufspersonal mit übernehmen. Mit den Maßnahmen antwortet der Konzern auf anhaltende Umsatzrückgänge. Real-Chef Didier Fleury zeigte sich dem Bericht zufolge vor Arbeitnehmervertretern optimistisch, dass schon bald positive Effekte erzielt werden könnten.

Gewerkschafter befürchten Schlimmes

Von "einem ungebremsten Kahlschlag" sprechen dagegen Gewerkschafter von Verdi. Die Personaldecke bei Real sei schon seit Jahren knapp. Unter den Beschäftigten nimmt die Sorge zu, dass sich das Unternehmen noch von weiteren Märkten verabschieden wolle.

Dem trat Fleury jedoch entgegen. Zumal sich die 30 sogenannten Big-Bang-Märkte, die nach dem Vorbild des Essener Modellmarktes modernisiert wurden, gut entwickelten und sogar den Umsatz steigerten. Bis Ende September sollen 20 weitere Häuser umgestellt sein, im kommenden Geschäftsjahr folgen 60 Märkte.