Zu Beginn des E-Hypes wurden in der Automobilindustrie Einsparungen von über 4.000 Euro pro Fahrzeug angepeilt. Eine aktuelle Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass weltweit nur 750 bis 800 Euro pro Fahrzeug eingespart werden - und zeigt auf, welche E-Business-Aktivitäten tatsächlich Potenziale versprechen.

Zu Beginn des E-Hypes wurden in der Automobilindustrie Einsparungen von über 4.000 Euro pro Fahrzeug angepeilt. Eine aktuelle Untersuchung von Mercer Management Consulting kommt zu dem Ergebnis, dass weltweit nur 750 bis 800 Euro pro Fahrzeug eingespart werden - und zeigt auf, welche E-Business-Aktivitäten tatsächlich Potenziale versprechen.

Die in der Vergangenheit angepeilten E-Business-Potenziale der Automobilindustrie resultierten im Schnitt zu 30% aus dem Direktvertrieb via Internet, zu 40% aus individuell nach Kundenwünschen gebauten Autos und zu 30% aus Kostenreduzierungen im Einkauf. "Diese Konzepte und die daraus abgeleiteten Kosteneinsparungen müssen nach aktuellen Erkenntnissen revidiert werden", sagt Marco Ehmer, Partner und Automobilexperte von Mercer Management Consulting. "Weder kann das Internet den Händler ersetzen, noch das auf Verdacht gebaute Auto. Und auch die E-Business-Einsparungen im Einkauf fallen anders aus, als dies ursprünglich erwartet wurde."

Die aktuellen Erkenntnisse der Mercer-Untersuchung zeigen, dass E-Business-Projekte in den Bereichen Vertrieb, Produktion und Einkauf weltweit ein Rationalisierungspotenzial von etwa 750 bis 800 Euro je Fahrzeug besitzen. "Davon werden 75% dem Endkunden zukommen", sagt Ehmer.

"Die verbleibende Einsparung sorgt nach fünf Jahren für eine um rund 0,7% höhere Umsatzrendite der Automobilhersteller. E-Business wird also die Gewinne der Automobilunternehmen nicht retten können." Viel wichtiger sei, dass E-Business langfristig den Zugang zur Kundenbasis ermöglicht. "Fünf Jahre Haltedauer ergäben 250 Mio. Kunden der Automobilhersteller - weltweit eines der größten Kaufkraft-Reservoire überhaupt, zu der eine Industrie Zugang hat. Dieser Zugang sei in der Vergangenheit vernachlässigt worden.

Jetzt, da alle Automobilhersteller online sind, sei der erste Schritt getan. Der zweite Schritt müsse sein, die Fahrzeuge ebenfalls online zu bringen, um den Kundenzugang in beide Richtungen zu ermöglichen. Dieser könne über Telematik-Dienste erreicht werden. Die großen E-Business-Potenziale lägen somit nicht in der Kostenoptimierung, sondern im Kundenzugang." (KC)


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