Nirgendwo sonst in Deutschland gibt es soviele Einzelhaushalte wie in Regensburg. Mit dieser Quote hat die Stadt in der Oberpfalz sogar Berlin als deutsche Single-Kapitale abgelöst.

In 55,8 Prozent aller Regensburger Haushalte lebt eine einzelne Person. Damit hat die bayerische Stadt Berlin (Singlequote: 54,3 Prozent) als deutsche Single-Hauptstadt abgelöst. Bundesweit lag der Anteil der Ein-Personen-Haushalte 2010 mit 39,5 Prozent auf Vorjahresniveau.

"Der Anteil junger Haushalte - und damit auch der Ein-Personen-Haushalte - ist nicht nur in den Ballungszentren, sondern auch dort besonders hoch, wo eine mittelgroße Stadt eine große Universität oder Hochschule bietet", erklärt Simone Baecker-Neuchl, Leiterin der Abteilung "Market Data und Research" bei Gfk-GeoMarketing, die Erstplatzierung Regensburgs.

GfK-GeoMarketing berechnet jährlich die regionale Verteilung der Haushaltstypen. Im Jahr 2010 lag der Anteil der Mehrpersonenhaushalte ohne Kinder bei 31,1 Prozent - und damit bereits im zweiten Jahr in Folge über dem Anteil der Haushalte mit Kindern (29,4 Prozent).

Kaum überraschend: Der Anteil der Familienhaushalte ist in ländlichen Regionen überdurchschnittlich hoch. Den höchsten Familienanteil verzeichnete 2010 der bayerische Landkreis Landshut mit 43,8 Prozent, gefolgt von den nahe gelegenen Landkreisen Kelheim mit 43,5 Prozent und Straubing-Bogen mit 43,1 Prozent.

Immer weniger Familien: 2010 lag ihr Anteil bei 29 Prozent.
Immer weniger Familien: 2010 lag ihr Anteil bei 29 Prozent.

Mehr als ein Drittel Seniorenhaushalte

Betrachtet man die Altersstruktur der deutschen Haushalte, so dominieren die Seniorenhaushalte mit 34,5 Prozent, gefolgt von den 40- bis 49-Jährigen mit 21,4 Prozent, den 50- bis 59-Jährigen mit 17,1 Prozent und den 30- bis 39-Jährigen mit 15,3 Prozent.

Der Anteil der "jungen" Haushalte mit Haushaltsvorständen unter 30 Jahren ist mit 11,6 Prozent  bundesweit am geringsten. Den höchsten Anteil junger Haushalte findet man in Universitätsstädten wie Greifswald (21,5 Prozent), Leipzig (21,1 Prozent) und Jena (20,1 Prozent), die alle in Ostdeutschland liegen.

Die meisten Top-Verdiener leben in Süddeutschland

Neben der Haushalts- und Altersstruktur untersucht die GfK-GeoMarketing auch die Verteilung der Einkommen und unterscheidet dabei zwischen sieben Einkommensklassen (siehe Grafik). Überdurchschnittlich viele reiche Haushalte gibt es demnach in den südlichen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg, in Nordrhein-Westfalen um die Großstädte Bonn, Köln und Düsseldorf sowie in Hamburg und Umland.

Das von der GfK erfasste Einkommen schließt Transferzahlungen wie Kindergeld oder Renten ein.
Das von der GfK erfasste Einkommen schließt Transferzahlungen wie Kindergeld oder Renten ein.
Die höchsten regionalen Anteile an Topverdienern mit mehr als 7.500 Euro verfügbarem monatlichen Einkommen finden sich in den kaufkraftstarken Landkreisen um München (Starnberg und München) sowie Frankfurt (Hochtaunuskreis, Main-Taunus-Kreis). Bis zu 17 Prozent der Haushalte in diesen Regionen fallen in die Kategorie der Topverdiener, während es im Bundesdurchschnitt nur 3,1 Prozent sind. 

Weitere Informationen zur Studie gibt es unter www.gfk-geomarketing.de/strukturdaten.