Shoppingcenter bleiben für Investoren die beliebtesten Handelsimmobilien. Demnach wurde 2015 in diese Häuser so viel Geld gesteckt wie lange nicht mehr. Der Druck auf die Renditen steigt allerdings.

Nicht nur die Anzahl der deutschen Shoppingcenter stieg 2015 überdurchschnittlich an, die Höhe der Investments in diese Handelsimmobilien war vielmehr enorm. Rund 5,6 Milliarden Euro legten Investoren 2015 in diesem Segment an. Das ist fast dreimal so viel wie 2014, als etwa 2 Milliarden Euro angelegt wurden, wie der Immobiliendienstleister Jones Lang LaSalle (JLL) ermittelt hat.

Damit bauten die Center auch ihren Anteil am gesamten Einzelhandelsinvestmentvolumen deutlich aus. Nach 23 Prozent Anteil im Jahr 2014 machten sie im vergangenen Jahr bereits ein Drittel aus des Gesamtvolumens von rund 17 Milliarden Euro aus. Einer der Gründe für den Anstieg auf ein neues Rekordniveau: die Übernahme von Corio durch Klépierre und den Einstieg des Canada Pension Plan Investment Board bei der Mfi AG, die mittlerweile Unibail Rodamco Deutschland heißt.

Mehr Einzeltransaktionen

Trotz des großen Volumens durch eine Reihe von Portfolio-Transaktionen dominierten weiterhin die Einzeltransaktionen. Ihre Anzahl hat sich im Laufe des Jahres 2015 auf 50 verdoppelt. Dabei lag der durchschnittliche Kaufpreis bei 76,5 Millionen Euro. Insbesondere kleine Center wechselten den Besitzer.

Die JLL-Centerexpertin Sabine Keulertz sieht auch für das laufende Jahr eine Fortsetzung dieses Trends: "Die hohe Dynamik des abgelaufenen Jahres wird sich auch 2016 fortsetzen. Vor allem im kleinteiligen Bereich wird die Zahl der Transaktionen erneut zunehmen."

Für das erste Quartal erwartet Keulertz, dass weitere Shoppingcenter auf den Markt kommen. Traditionell sei die Immobilienmesse Mipim in Cannes (15. bis 18. März) der Auftakt für die Vermarktung. "Wir gehen davon aus, dass das Rekordvolumen aus dem Jahr 2015 im laufenden Jahr wieder erreicht wird - selbst, wenn es diesmal keine großvolumigen Deals geben sollte", sagt die Immobilienexpertin weiter.

Französische und kanadische Investoren dominieren

Die Mehrzahl der Käufe wird laut JLL weiter von ausländischen Investoren getätigt. Ihr Anteil betrug im abgelaufenen Jahr 57 Prozent - nach 65 Prozent im Vorjahr. Bei den Portfoliodeals lag der Anteil ausländischer Investoren sogar bei 90 Prozent. Durch die beiden genannten Großübernahmen dominierten Investoren aus Frankreich und Kanada. Deutsche Anlager sind mit 59 Prozent besonders bei den Einzeltransaktionen engagiert.

Die traditionell aktivsten Käufer waren die Asset/Fonds Manager mit 39 Prozent Marktanteil gefolgt von den Immobilien AGs mit 25 Prozent. Auf der Verkäuferseite ist der Anteil der Asset/Fonds Manager ebenfalls mit 39 Prozent der höchste. Auffällig ist, dass Banken und Unternehmen ihre Bestände reduzierten, während Spezialfonds und Pensionskassen mit jeweils mehr als 500 Millionen Euro allein auf der Käuferseite aktiv sind.

Die nochmals gestiegene Nachfrage bei Shoppingcentern hat den Druck auf die Spitzenrendite erhöht. Ein Rückgang um 25 Basispunkte im vergangenen Jahr hat für einen neuen Tiefststand von 4,25 Prozent gesorgt. Vor allem abseits des Core-Segments gingen die Erträge zurück. Für das laufende Jahr ist damit zu rechnen, dass sich die Entwicklung fortsetzt.