Die tschechische Volkswagentochter Skoda wächst auch in 2011 und ermöglicht ihren Vertriebspartnern eine überdurchschnittliche Ertragslage.

Der Automobilhandel ist bekanntlich ein schwieriges Geschäft und so mancher Hersteller sucht derzeit händeringend nach Vertriebspartnern, um weiße Flecken auf der Landkarte der Unternehmensstützpunkte zu tilgen.

Nicht so Skoda. „Wir nähern uns dem Optimum im Vertriebsnetz. 600 Partner sind eine gesunde Größenordnung", sagt Hermann Schmitt, der Sprecher der Geschäftsführung des Deutschland-Importeurs mit Sitz in Weiterstadt und fügt an: „Wir haben deutlich mehr Bewerber als wir Handelsbetriebe neu eröffnen könnten."

2009 noch übertroffen

Der Absatzerfolg der tschechischen Volkswagentochter, 2011 zum dritten Mal in Folge Importmarke Nummer 1, hat sich natürlich längst herumgesprochen. Vor allem bietet Skoda für den Verkauf aber ganz offensichtlich eine solide Geschäftsgrundlage: „Unsere Händler werden das Jahr wohl mit der Rekordrendite von 2,5 Prozent abschließen. Das übertrifft sogar noch 2009, als wir durch die Abwrackprämie ja eine Sonderkonjunktur hatten", erklärt Schmitt zur branchenüberdurchschnittlichen Ertragslage.

95 Prozent des Absatzes läuft über den Handel

Und liefert auch gleich die Begründung: Es sei gelungen, die Zahl der sogenannten Grauimporte zu reduzieren. „Wir konnten den Anteil der durch den Handel zugelassenen Einheiten auf 95 Prozent des Gesamtabsatzvolumens erhöhen".

Zudem sei der Bestand an Skoda-Fahrzeugen in Deutschland mittlerweile auf 1,2 Millionen angewachsen, was den Betrieben ein steigendes Potenzial an Werkstatt-, Ersatzteil- und Zubehör-Geschäft ermöglicht. Und die Kundenloyalität liege bei 65 Prozent - ein in der Branche ebenfalls beachtlicher Wert. Lediglich bei Mercedes-Benz ist die Wiederkaufrate mit 68 Prozent derzeit höher.

Vertriebspartner müssen investieren

Dennoch kommen auf die Skoda-Händler 2012 Investitionen zu. Ab Mitte des Jahres beginnt die Umsetzung der neuen CI, die die geplante Verdoppelung des weltweiten Absatzvolumens auf 1,5 Millionen Fahrzeuge pro Jahr flankieren soll. Ein erstes Pilotgebäude wurde gerade in Hofheim in der Nähe von Frankfurt am Main installiert.

Foto: Skoda:
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Schon im Mai 2011 hatte Der Handel über das Vorhaben berichtet, jetzt wird Hermann Schmitt bezüglich der Kosten konkreter: „Die primären Elemente wie Logos und Pylonen tragen wir, Kapazitätserweiterungen und Personalaufstockungen sind natürlich originäre Betätigungsfelder der Betriebe."

Fachkräfte im Verkauf gesucht

Durchschnittlich 200 Fahrzeuge verkaufen die Skoda-Partner derzeit pro Jahr. „Einige Händler müssen um 50 Prozent wachsen", fordert Hermann Schmitt mit Blick auf die ehrgeizigen Vorgaben aus Tschechien sowie der Konzernzentrale in Wolfsburg und fügt an: „Wir benötigen in den nächsten Jahren 2.000 bis 3.000 zusätzliche Fachkräfte. Da sind die Händler auch gefordert, sich als attraktive Arbeitgeber in ihrer jeweiligen Region zu positionieren.

Schließlich soll auch das Flottengeschäft weiter zulegen. Kleinere, überschaubare Fuhrparks hat Schmitt im Visier. Entsprechende Unterstützungsmaßnahmen seien in Vorbereitung.

Neuer Octavia erst für 2013 zu erwarten

Für den größten Schwung dürfte dabei die neue Generation des in den Fuhrparks besonders geschätzten Octavia Combi sorgen. Der Nachfolger des 2004 eingeführten und 2009 leicht überarbeiteten Bestsellers steht 2012 allerdings noch nicht auf der Liste der angekündigten Neuheiten und ist erst für das Jahr darauf zu erwarten.

Die avisierte Produktoffensive startet zunächst mit der Einführung des Kleinstwagens Citigo, einem Ableger des VW Up, im April. Danach folgt eine Limousine im Kompaktklassenformat, die auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) im September in Frankfurt am Main als „Mission L" auf dem Skoda-Messestand glänzte und wohl unter dem Namen "Rapid" in den Handel kommt.

Bernd Nusser