Spendable Großeltern und die wachsende Zahl von Internetkäufern haben das Geschäft mit Spielwaren kräftig angekurbelt. Die Händler blicken optimistisch auf das Weihnachtsgeschäft.

Bis Ende Oktober stieg der Umsatz mit Spielwaren in Deutschland zu Einzelhandelspreisen um 7 Prozent, meldete der Deutsche Verband der Spielwarenindustrie (DVSI). Für das Gesamtjahr wird ein Umsatzwachstum von rund 3 Prozent vorausgesagt. Damit könnte beim Umsatz erstmals die 2,5-Milliarden-Euro-Marke geknackt werden.

"Die klassische Spielwarenbranche hat auf das "Krisenwunderjahr" 2009 mit damals 4,1 Prozent Umsatzplus noch eins drauf gelegt", freut sich der stellvertretende DVSI-Geschäftsführer Ulrich Brobeil.

Großeltern geben viel Geld aus

Mit ihrer Kaufkraft sorgt die Großeltern-Generation mittlerweile für kräftige Umsatzzuwächse beim Spielwarenhandel. Die zumeist gut gestellten Rentner und Pensionäre hätten für ihre Enkel noch nie so viel Spielzeug gekauft wie in diesem Jahr, berichtete der DVSI. Allein im ersten Halbjahr 2010 hätten sie 23 Prozent mehr für Spielwaren ausgegeben als in der ersten Jahreshälfte 2009.

Großeltern rangierten beim Beschenken der Kinder inzwischen noch vor den Eltern. Der Grund sei, dass sie über ein stabiles Einkommen und eine entsprechend hohe Kaufkraft verfügten. Vor allem Anbieter von Spielzeug für Kinder im Vorschulalter profitierten von der wachsenden Kauflust der Großeltern-Generation.

Online-Verkauf boomt und sorgt für Neukunden

Für kräftige Umsatzimpulse sorgt nach Angaben des Bundesverbandes des Spielwareneinzelhandels (BVS) inzwischen der Spielwarenverkauf übers Internet. Zunehmend beteiligten sich auch klassische Spielwarengeschäfte daran, sagte BVS-Geschäftsführer Willy Fischel.

"Stationäre Spielwarenhändler sehen das inzwischen als Marktausweitung", erläuterte der BVS-Chef. "Wir haben uns damit neue Zielgruppen erschlossen, die bisher kaum oder nie in ein Spielwarenladen gegangen sind", betonte Fischel. Mittlerweile liege der Umsatzanteil des Internetgeschäfts bei 16 Prozent.

Optimistisch geht die Branche in das Weihnachtsgeschäft - bei einer andauernd guten Konjunkturentwicklung werde es sogar besser ausfallen als im Vorjahr. Verbraucher könnten dabei noch mit stabilen Preisen rechnen, betonte DVSI-Vertreter Brobeil. Dagegen sei 2011 mit kräftigen Preiserhöhungen zu rechnen, "teils im zweistelligen Bereich", machte BVS-Geschäftsführer Fischel deutlich.

Umwelt, Action und Kreativität im Trend

In den deutschen Kinderzimmern liegt nach Beobachtungen der Branche in diesem Jahr Action- und Kreativspielzeug im Trend. So nehme ein Spielwarenhersteller Anleihen aus Agentenfilmen, indem er ein ferngesteuertes Auto mit Spionagekamera und Alarmanlage auf den Markt bringe.

Zunehmend auf den Wunschzetteln der Kids taucht nach Angaben der Branchenvertreter ein Malkasten mit unsichtbarer Farbe auf, die nur auf Spezialpapier sichtbar wird. Eine wachsende Rolle spiele im Kinderzimmer das Thema Umwelt. Dem tragen Hersteller mit einer Umweltbatterie Rechnung, die mit Erde, Zitronen oder Wasser eine Lampe mit Energie versorgt.