Der neue Renault Espace will Großraumlimousine, SUV und Oberklassewagen in einem sein. Die Inneneinrichtung ist beachtlich.

Es hat 13 Jahre bis zur Neuauflage gedauert, dafür ist der technische und optische Sprung nach vorn jetzt umso deutlicher. Mit der fünften Generation des Espace erfindet Renault den Van praktisch ein zweites Mal neu.

Das war auch bitter nötig, denn die Gattung der Großraumlimousinen, die die Franzosen 1984 maßgeblich mitgeprägt haben, ist vom Siechtum befallen, seit die Kundschaft mehr auf Geländewagen statt auf fahrende Raumwunder steht. Seit einigen Jahren ist das Segment vom stetigen Rückgang geprägt. Von Januar bis Mai ist erneut ein Minus zum Vorjahresvergleichszeitraum von 11,1 Prozent aufgelaufen.

Weitere Hersteller erneuern ihre Vans

Dennoch, oder gerade deswegen, investieren die Hersteller nun wieder in ihr Vanangebot. Volkswagen erneuert im Herbst den Touran und modifiziert gerade den Sharan, der auch als baugleicher Seat Alhambra frisch geliftet wird. Und Ford hat zur Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) im September in Frankfurt am Main den neuen Galaxy angekündigt.

Renault kam der Konkurrenz jetzt zuvor. Der Espace Nummer fünf steht bereits bei den Händlern und soll es als „Mischung aus SUV, Van und Oberklasse-Kombi-Limousine“, so die Marketingabteilung, allen Interessenten Recht machen. Dazu hat der 4,90 Meter lange Siebensitzer 250 Kilogramm abgespeckt und wurde sieben Zentimeter niedriger. Platz gibt es dennoch in Hülle und Fülle. Bei fünfsitziger Bestuhlung fasst der Kofferraum stolze 680 Liter und maximal stehen gar mehr als zwei Kubikmeter Stauraum zur Verfügung.

Zentrales Display in iPad-Größe

Eine Empfehlung wert ist der Espace aber nicht nur wegen seiner veränderten Proportionen, sondern vor allem aufgrund seiner attraktiven und hochwertigen Innenraumanmutung mit einem ausgeklügelten Beleuchtungskonzept. Bislang nicht gerade die Domäne der Renault-Kreativen, die aus Kostengründen eher für triste Plastiklandschaften bekannt sind. Buchstäblich in den Mittelpunkt rückt das zentrale Display in iPad-Größe, über das praktisch alle Fahrzeugfunktionen gesteuert werden.

Als Antriebsquellen für das Arbeitsleben sind die beiden Dieselmotoren mit 94 kW/130 PS (ab 33.500 Euro) und 118 kW/160 PS (ab 40.150 Euro) erste Wahl. Zudem wird noch ein Vierzylinder-Turbobenziner mit 147 kW/200 PS (ab 38.450 Euro) angeboten.

Foto: Renault
Foto: Renault

Quashqai wird zum Kadjar

Die Franzosen setzen zwar weiterhin auf den Van, wollen sich aber auch das SUV-Geschäft nicht länger entgegen lassen. Und so rollt, mithilfe der japanischen Schwestermarke, in diesen Tagen auch noch der Kadjar zu den Händlern. Auf Basis des erfolgreichen Nissan Quashqai hat Chefdesigner Laurens van den Acker vor allem im Innenraum einen Geländegänger im Stile des Hauses kreiert, der in Verbindung mit dem stärkeren der beiden Dieselmotoren (96 kW/130 PS) auch mit Allradantrieb geordert werden kann.

Für den Selbstzünder mit 81 kW/110 PS hat der Hersteller einen Normverbrauch von lediglich 3,8 Litern ermittelt. Die Diesel-Preise starten bei 25.290 Euro.

Bernd Nusser