Die Schuhkette Reno bestätigt Verhandlungen mit dem Hamburger Traditionsunternehmen Görtz über eine Übernahme. Hintergrund der Gespräche seien der zunehmende Onlinehandel, heißt es.

Deutschlands zweitgrößte Schuhhandelskette HR Group (Reno) hat Interesse an seinem Konkurrenten Görtz. "Wir befinden uns in Verhandlungen mit Görtz über eine Übernahme von 75,1 Prozent der Anteile", sagte der Geschäftsführer der Osnabrücker HR Group, Matthias Händle, dem "Hamburger Abendblatt".

Die Verhandlungen seien vor dem Hintergrund des immer bedeutender werdenden Onlinehandels zu sehen. Es sei wichtig, gemeinsam statt allein zu agieren und sich zu größeren Einheiten zusammenzuschließen.

Über den Stand der Verhandlungen will das Unternehmen derzeit aber keine Angaben machen, sagte eine Sprecherin der HR Group der Nachrichtenagentur dpa.

"Wir befinden uns in zielführenden Gesprächen mit einer vielversprechenden Auswahl von möglichen Partnern", kommentierte eine Görtz-Sprecherin den Artikel. Eine Vorentscheidung sei nicht gefallen. Görtz sei nach einem Sanierungskurs wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt.

Mit 365 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2013 ging der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr jedoch um zehn Millionen Euro zurück. Das sei mit der Schließung unrentabler Standorte zu erklären. Flächenbereinigt sei aber ein Umsatzwachstum erzielt worden. In Deutschland und Österreich arbeiten den Angaben nach 3200 Mitarbeiter in 160 Filialen.

Die HR Group ist mit 650 Millionen Euro Jahresumsatz nach Branchenprimus Deichmann die Nummer zwei bei den Schuhfilialisten. Europaweit besitzt das Unternehmen rund 2700 Verkaufsstellen mit 6000 Mitarbeitern. Im Sommer vergangenen Jahres war über einen Einstieg der Otto Group bei Görtz spekuliert worden, stattdessen kaufte Otto den ehemals zu Görtz Gruppe gehörenden App-Dienstleister NuBon. Anfang dieses Jahres verkauft Görtz zudem seinen IT-Tochter Ethalon.