Durch die hohe Shopping-Center-Dichte in Deutschland sinkt die Zahl der Neueröffnungen. Vorangetrieben werden erst mal Revitalisierungsprojekte, zeigt der aktuelle EHI-Report.

Der große Boom der Shopping-Center-Neueröffnungen ist vorerst vorbei. 2016 werden bis Ende des Jahres nur vier Shopping-Center-Realisierungen abgeschlossen, nachdem in 2014 neun und im vergangenen Jahr 13 neue Shopping-Center eröffnet wurden, so eines der Ergebnisse des aktuellen "Shopping-Center-Report 2016", den das EHI Retail Institute erstellt hat.

Dynamik in der Branche lasse sich dennoch feststellen: Das zeige die Planung von insgesamt 26 Shopping-Centern, die ab 2017 neu entstehen sollen. "Zudem setzen die Investoren nach wie vor verstärkt auf die Revitalisierungen von bestehenden Centern", sagte Marco Atzberger aus der EHI-Geschäftsleitung heute auf dem "Deutschen Shopping-Center Forum" von EHI und German Council of Shopping Centers in Bonn.

Mehr Revitalisierungen

Insgesamt 476 deutsche Shopping-Center mit einer Gesamtfläche von 15,3 Millionen Quadratmeter hat das EHI bis Anfang des Jahres erfasst. Die hohe Dichte an Shopping-Centern in Deutschland sorgt aktuell für ein verlangsamtes Wachstum hinsichtlich Shopping-Center-Neueröffnungen. Revitalisierungsprojekte werden daher bei Centerbetreibern und -entwicklern zunehmend vorangetrieben. Besonders auffällig ist, dass es sich bei mehr als der Hälfte der derzeitig 28 Revitalisierungsprojekte um Umstrukturierung, Modernisierung oder Erweiterung von Handelsimmobilien handelt, die in den Neunziger- und Nullerjahren realisiert wurden.

"An dieser Entwicklung lässt sich deutlich die hohe Dynamik des Markts erkennen: Shopping-Center werden in einem Zyklus von ca. 10 Jahren modernisiert. Darüber hinaus zeigt sich, dass sich die Planung der damals realisierten Center zu stark am Bedarf der Zeit orientiert hat", erläutert Marco Atzberger.

Alles unter einem Dach

Die Planung neuer Shopping-Center konzentriert sich heute besonders auf die Entwicklung von Stadtquartieren. In Zeiten kurzer Wege sollen Orte für den Kunden geschaffen werden, die Einkaufen, Leben, Wohnen und Arbeiten unter einem Dach vereinen. Neue Shopping-Center-Konzepte beinhalten daher, neben der Möglichkeit für Besorgungen des täglichen Bedarfs, immer mehr zusätzliche Angebote, wie etwa Hotels, Wohnungen, Büros, Arztpraxen oder Kinos, die auch nach den Ladenschlusszeiten für eine Belebung des Shopping-Centers sorgen.