Das Bundeskartellamt gibt grünes Licht für die Wasgau-Übernahme durch die Rewe. Allerdings prüfen die Wettbewerbshüter noch die Beteilungen an einer Tochtergesellschaft.

Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler Rewe darf mit Wasgau eine der wenigen noch verbliebenen regionalen Supermarktketten übernehmen. Das Bundeskartellamt gab am Montag in Bonn bekannt, dass es die Mehrheitsbeteiligung der Rewe an der Wasgau Food Beteiligungs GmbH freigegeben hat.

"Wir beobachten die fortschreitende Konzentration zugunsten der marktführenden Unternehmen Edeka, Rewe,  Aldi und Schwarz-Gruppe im Lebensmitteleinzelhandel sehr genau. Dennoch war die Mehrheitsbeteiligung der Rewe an Wasgau kein Untersagungsfall", begründete Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, die Entscheidung.

"Die Unternehmen haben auf den betroffenen regionalen Märkten keine marktbeherrschende Stellung. Auch im Verhältnis zu den Lieferanten, auf den sogenannten Beschaffungsmärkten, führt die Beteiligung nur zu einem äußerst geringen Zuwachs bei Rewe", so Mundt.

Rewe und Edeka Südwest in einem Boot

In einem neuen Verfahren überprüft das Bundeskartellamt jedoch die Auswirkungen der neuen Konstellation bei der Tochtergesellschaft Wasgau Produktions- und Handels AG, an der auch die Edeka Südwest mit knapp 25 Prozent beteiligt ist. Untersucht wird, ob es wegen der gemeinsamen Beteiligung zu einer Einschränkung des Wettbewerbs zwischen den beiden großen deutschen Handelsunternehmen kommt.

Rewe hat 51 Prozent der Anteile an der Wasgau Food von der Unternehmerfamilie Hornbach und der Hornbach-Stiftung übernommen. Die restlichen 49 Prozent bleiben bei der Hornbach Stiftung.

Die Wasgau Produktions- und Handels AG betreibt nach eigenen Angaben vor allem im Saarland und in der Pfalz 87 Supermärkte und arbeitet mit 60 kleineren Einzelhändlern im Einkauf zusammen. 2012 lag der Umsatz bei 486,8 Millionen Euro. Unterm Strich verdiente die Kette im vergangenen Jahr 2,3 Millionen Euro. Rund 4.000 Menschen arbeiten für den Händler. Der Handelskonzern Rewe Group erzielte im vergangenen Jahr 49,7 Milliarden Euro Umsatz. Europaweit werden rund 327.000 Mitarbeiter beschäftigt.

dpa, DH