Die Rewe-Gruppe wirbt offensiv für das Bargeldabheben an der Supermarktkasse und kooperiert mit einer Direktbank. Der Cash-Back-Service könnte schnell Nachahmer finden.

"Darf es vielleicht noch etwas Bargeld sein?", wer in diesen Tage in einem Supermarkt der Rewe Gruppe einkauft, merkt, dass der Konzern das Vertriebspotenzial seines Kassenpersonals entdeckt hat.

Seit einigen Wochen wird den Kunden von der Kassiererin nicht nur das hauseigene Werbeblättchen "Laviva" empfohlen ("Kostet nur ein Euro und Sie können etwas gewinnen"), sondern auch Bargeld angeboten.

Bargeldauszahlung an der Supermarktkasse

Freilich hat der Kölner Handelskonzern nichts zu verschenken, das Geld wird mit Hilfe der Girocard (ehemals EC-Karte) vom Konto des Kunden abgebucht. Der Point-of-Sale wird zum Bargeldautomaten. Dieser so genannte Cash-Back-Service ist nicht neu, bereits 2003 startete die Rewe - damals noch in ihren Minimal- und HL-Märkten - erste Anläufe mit der Bargeldauszahlung gegen PIN-Eingabe.

Neu ist die offensive Art und Weise, wie die Rewe Gruppe für den Service, den bislang nur die wenigsten Kunden kannten, wirbt. Die zur Frankfurter Sparkasse gehörenden Onlinebank 1822direkt bietet ihren Kunden sogar bis zum 31. Mai 2011 einen Bonus von 50 Cent für jede Bargeldabhebung von mehr als 50 Euro bei den rund 2.500 teilnehmenden Rewe-Märkten. Im vergangenen Jahr gab es bereits eine vergleichbare Kooperation mit der ING-Diba Direktbank.

Bargeld wird zu Buchgeld

Foto: 1822direkt
Foto: 1822direkt
Beide Partner profitieren von der Zusammenarbeit: Die Direktbanken erweitern ihre Bargeldauszahlungsmöglichkeiten und die Rewe-Gruppe muss weniger Bargeld vom Werttransporter abholen lassen - das Bargeld wird ohne Logistikkosten zu Buchgeld.

Aufgrund der neuen Bargeldstrategie der Bundesbank, die sich sukzessive aus der Bargeldbearbeitung zurückziehen wird, um diesen Kostenblock zu privatisieren, könnten solche Kooperationsmodelle zwischen Banken und Händlern künftig Schule machen.