Die Rewe-Gruppe wird das neue Bezahlverfahren Yapital bis zum Jahresende bundesweit akzeptieren. Damit gelingt der Mobile-Payment-Lösung der Otto-Gruppe der Durchbruch am Point of Sale.

Vor gut 18 Monaten enthüllte das Wirtschaftsmagazin Der Handel die Pläne der Otto-Gruppe, mit einem neuen Bezahlverfahren namens Yapital PayPal und anderen Zahlungsdienstleistern Konkurrenz zu machen. Am heutigen Donnerstag kündigt die Yapital Financial AG nun eine Zusammenarbeit mit der Rewe-Gruppe an.

Bis zum Jahresende sollen die Nutzer von Yapital ihre Einkäufe an den Kassen der Rewe-Supermärkte und der toom-Verbrauchermärkte mit dem Smartphone bezahlen können.

Der Rollout des Multichannel-Bezahlverfahrens in den ersten Rewe-Filialen soll im November starten. Dazu unterzeichnen beide Partner heute einen entsprechenden Kooperationsvertrag.

"Die Kooperation mit der Rewe ist ein Meilenstein auf dem Weg, Yapital als komfortables 'Everywhere Payment' zu etablieren", sagt Nils Winkler, Yapital-Geschäftsführer. "Wir werden zunächst in sämtlichen Regiebetrieben der Rewe verfügbar sein, unser erklärtes Ziel ist es jedoch, dass Yapital auch bei allen selbstständigen Kaufleuten der Gruppe als Zahlungsmittel akzeptiert wird", erklärt Winkler im Gespräch mit derhandel.de. Die Rewe verfügt bundesweit über rund 25.000 Kassenplätze.

Bislang ist das Zahlverfahren der Otto Group, für das sich der Kunde ähnlich wie bei PayPal einmalig im Internet registrieren muss, nur an Kassen des Schuhhändlers Görtz im Livebetrieb. Die Zahlungen erfolgen bei Rewe, toom und Görtz jeweils mit dem Smartphone durch das Einscannen eines QR-Codes vom Kassenbildschirm oder vom Display eines herkömmlichen Terminals für Kartenzahlungen.

Online oder mobil an der Kasse - ein Multichannel-Bezahlverfahren

Darüber hinaus kann mit Yapital auch in den Webshops der zum Otto-Konzern gehörigen Vertriebslinien Sport-Scheck, H.I.S. Jeans und Arqueonautas bezahlt werden. Weitere Akzeptanzpartner für Internetbuchungen von Hotelzimmern sind die Novum Hotels Group und die HotelNetSolutions. Das Onlinereisebüro Opodo und der Multichannel-Händler Conrad Electronic sollen Branchengerüchten zufolge ebenfalls an dem neuen Zahlverfahren Interesse zeigen.
 
"Es geht uns immer darum, durch Innovationen das Einkaufserlebnis unserer Kunden noch besser zu machen. Daher passen die neuen Möglichkeiten des Cross-Channel-Payments sehr gut zu uns", lässt sich Lionel Souque, Vorstandsmitglied der Rewe Group, in einer Pressemitteilung zur Einführung von Yapital zitieren. Die technische Integration von Yapital an den Rewe-Kassen wurde vom Kassensoftware-Spezialisten POSPartner bewerkstelligt. Ein entsprechender Show-Case wurde auf der diesjährigen EuroCIS gezeigt (zum Messe-Video auf unserer Facebook-Seite geht es hier).

Mit Yapital bietet die Rewe-Gruppe nun ebenfalls eine mobile Zahlungslösung für das Smartphone, nachdem der Wettbewerber Edeka in diesem Jahr bei Netto und in einigen Edeka-Supermärkten mit einer App-Lösung des IT-Dienstleisters Valuephone das Zeitalter der Handyzahlung startete.

Nun stellt sich noch die Frage, ob auch die Kunden bereit sind, neue Wege beim Bezahlen an der Kasse zu gehen. Yapital-Chef Winkler verspricht hierzu umfangreiche Marketing-Aktivitäten zum Start der Kooperation mit der Rewe und in den Folgemonaten. "Wir werden die Kunden im Umfeld der Händler ansprechen, die Yapital als Zahlungslösung anbieten und dort aufzeigen, wo man überall bereits mit Yapital bezahlen kann", erläutert Winkler. Auch der Registrierungsprozess soll noch vereinfacht werden, um den Kunden das neue Bezahlverfahren schmackhaft zu machen.

Zu den Transaktionsgebühren für die teilnehmenden Handelsunternehmen will Nils Winkler keine konkreten Angaben machen. Zu individuell sei das Preismodell auf Faktoren wie Transaktionsvolumen, Warenkorbzusammensetzung, Durchschnittsbon und Branchenrisiko abgestimmt. 

Hanno Bender

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